100 Meter hohes Kesselhaus in Elverlingsen gesprengt

Foto: YouTube
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Elverlingsen. Das ehemalige Kraftwerk Werdohl-Elverlingsen hat sein markantestes letztes Bauwerk verloren. Am Freitag, 25. September 2026, wurde das rund 100 Meter hohe Kesselhaus des früheren Steinkohlekraftwerks erfolgreich gesprengt. Um Punkt 11 Uhr sackte der gewaltige Stahlkoloss planmäßig in sich zusammen. Zurück blieb ein riesiges Trümmer- und Schrottfeld.

Die Sprengung galt als besonders anspruchsvoll, weil das Kesselhaus nicht aus massivem Beton, sondern aus einem komplexen Stahlgerüst mit Kesselanlagen, Plattformen, Rohrleitungen und Laufstegen bestand. Teile der Konstruktion wurden deshalb bereits Wochen zuvor auseinandergeschweißt und für den kontrollierten Einsturz vorbereitet. Das Gebäude fiel schließlich exakt in das vorgesehene Fallbett.

Ein Jahrhundert Industriegeschichte verschwindet

Mit dem Kesselhaus fällt das letzte große Relikt der Kohleverstromung in Elverlingsen. Seit 1912 wurde an dem Standort Energie erzeugt. Die endgültige Stilllegung der Steinkohleblöcke erfolgte im März 2018. Seit der Übernahme des Areals durch den Investor und Schrotthändler Thorsten Amsbeck im Jahr 2024 wurde der Rückbau konsequent vorangetrieben. Zuvor waren bereits der 106 Meter hohe Kühlturm, die DeNOx-Anlage und die beiden gewaltigen Schornsteine verschwunden.

Jetzt beginnt die Arbeit im Trümmerfeld

Der Abriss ist mit der Sprengung noch nicht beendet. Das Stahlmaterial muss nun zerkleinert, sortiert und aufbereitet werden. Nach Angaben des Eigentümers sollen die Schrottmengen bis zum Jahresende verladefertig sein. Erst danach kann die Fläche vollständig für ihre geplante neue Nutzung vorbereitet werden.

Industriepark statt Kohlekraftwerk

Auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände soll künftig ein moderner Industriepark entstehen. Parallel zur Beseitigung der historischen Kraftwerksanlagen sind bereits neue Energieprojekte vorhanden: Unter anderem wird auf dem Gelände Klärschlamm energetisch verwertet und ein Großbatteriespeicher betrieben. Aus dem jahrzehntelang von Kohle, Stahl und Energieproduktion geprägten Standort soll damit schrittweise ein neuer Wirtschaftsstandort werden.

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