Haustenbecker Dorfkirche

Mitten in der Senne steht die Ruine der ehemaligen Haustenbecker Dorfkirche. Sie ist eines der letzten sichtbaren Zeugnisse des Ortes Haustenbeck, der im Zuge der Erweiterung des Truppenübungsplatzes Senne in den 1930er-Jahren aufgegeben werden musste. Von dem einstigen Dorf sind heute neben der Kirchenruine nur noch wenige Spuren erhalten. Haustenbeck wurde ab 1659 als Siedlung in der Senne aufgebaut. Die evangelische Gemeinde erhielt bereits im 17. Jahrhundert eine eigene Kirche. Das heutige Kirchengebäude entstand im Wesentlichen nach einem Neubau von 1755, bei dem die ursprünglichen Fachwerkwände durch massive Kalkbruchsteinmauern ersetzt wurden.

Über Generationen war das Gotteshaus Mittelpunkt des dörflichen Lebens. Eine Orgel mit neun Registern wurde 1906 eingebaut. Doch die Geschichte der Gemeinde nahm wenige Jahrzehnte später ein abruptes Ende.

Letzter Gottesdienst 1939

Ab 1937 musste Haustenbeck seine Existenz aufgeben. Die Wehrmacht benötigte das Gelände für die Erweiterung des Truppenübungsplatzes. Rund 1.300 Einwohner wurden umgesiedelt, die Höfe und Gebäude des Dorfes verschwanden nach und nach. Am 26. November 1939 fand in der Kirche der letzte Gottesdienst statt. Das Kircheninventar war zu diesem Zeitpunkt bereits größtenteils verkauft worden. Anschließend blieb das Gebäude ungenutzt und begann zu verfallen.

Kirchenruine wird zum Denkmal

Heute stehen nur noch die Mauerreste des einstigen Gotteshauses. Der erhaltene Bestand wurde 1997 durch den Heimat- und Verkehrsverein gesichert und renoviert. Die Kirchenruine steht inzwischen unter Denkmalschutz und gilt als bedeutendes Zeugnis der Siedlungs- und Militärgeschichte der Senne. Das ehemalige Dorfgebiet liegt innerhalb des Truppenübungsplatzes Senne. Das Gelände der Kirchenruine darf daher nicht eigenständig betreten werden. Zugänglich ist der historische Ort ausschließlich im Rahmen offiziell erlaubter Wege beziehungsweise Veranstaltungen.

Ein Lost Place mit besonderer Geschichte

Die Haustenbecker Dorfkirche ist kein gewöhnlicher Lost Place. Ihre Ruine steht für das Schicksal eines gesamten Dorfes, das zugunsten militärischer Nutzung aus der Landschaft verschwand. Zwischen Heide, Wald und ehemaligen Dorfspuren erinnert sie bis heute an die Menschen, die hier über Jahrhunderte lebten.

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