Der ehemalige Güterbahnhof Gütersloh am Langen Weg war über Jahrzehnte ein wichtiger Bestandteil des örtlichen Eisenbahn- und Wirtschaftsstandorts. Im Zuge des umfangreichen Umbaus der Bahnanlagen wurde 1932 die neue Güterabfertigung fertiggestellt. Das Areal diente zahlreichen Gütersloher Unternehmen als Schnittstelle für den Transport von Waren auf der Schiene. Mit dem Wandel der Transportwirtschaft verlor der Güterbahnhof zunehmend an Bedeutung. Der klassische Güterverkehr wurde immer stärker auf die Straße verlagert. 1997 wurde der Güterbahnhof schließlich geschlossen. Anschließend lag das Gelände über Jahre brach und entwickelte sich zu einer markanten Industriebrache am Rand der Innenstadt.

Marode Halle sorgt für Diskussionen
Die historische Güterhalle blieb trotz ihres schlechten baulichen Zustands lange erhalten. Immer wieder gab es Überlegungen, die markante Halle einer neuen Nutzung zuzuführen. Im Gespräch waren unter anderem Veranstaltungsflächen, Gastronomie oder eine Nutzung nach dem Vorbild eines Oldtimerzentrums. Wegen der teilweise erheblichen Schäden wurde jedoch auch ein vollständiger Abriss diskutiert.









Neues Stadtquartier statt Lost Place
Ab 2016 begann schließlich der Rückbau der maroden Gebäude. Auf dem ehemaligen Bahngelände entstand das neue Quartier „Gleis 13“. Damit verschwand ein großer Teil der historischen Bausubstanz zugunsten moderner Gewerbe- und Nutzflächen. Ein markantes neues Bauwerk ist der 26 Meter hohe Schüttflix Tower, der 2024 eröffnet wurde.

Die Entwicklung zeigt exemplarisch den Wandel ehemaliger Bahnflächen: Aus einem einst wichtigen Güterumschlagplatz wurde zunächst eine langjährige Industriebrache und schließlich ein modernes Stadtentwicklungsgebiet. Das historische Güterbahnhofsgelände bleibt damit dennoch ein wichtiger Teil der Eisenbahngeschichte Güterslohs.
