Das Berliner Luft- und Badeparadies, kurz Blub, war einst eines der bekanntesten Freizeitbäder Berlins. 1985 eröffnet, lockte die Anlage in Berlin-Britz mit tropischer Atmosphäre, großen Schwimmbecken, Rutschen, Wellenbad und Saunalandschaft Besucher aus der gesamten Region an. Rund 20 Jahre später war vom einstigen Badeparadies kaum noch etwas übrig. Nach jahrelangem Leerstand, Vandalismus und mehreren Bränden wurde die Ruine schließlich abgerissen.

Am 14. Februar 1985 öffnete das Blub an der Buschkrugallee in Berlin-Britz seine Türen. Rund 44 Millionen D-Mark kostete der Bau. Auf etwa 35.000 Quadratmetern entstand eine großzügige Freizeitlandschaft mit drei großen Kuppeln, tropischer Bepflanzung und unterschiedlichen Wasserattraktionen. Die Besucher erwartete unter anderem ein Wellenbad, ein Wildwasserkanal, Whirlpools, Rutschen, ein Wasserspielplatz und ein großer Saunagarten. Die Temperaturen waren tropisch: Die Luft wurde konstant auf etwa 29 Grad Celsius gehalten, das Wasser erreichte je nach Becken bis zu 36 Grad.





Millionen Besucher in den ersten Jahren
Das Konzept war zunächst ein großer Erfolg. In den Anfangsjahren kamen jährlich rund 600.000 Gäste. Insgesamt besuchten etwa sieben Millionen Menschen das Blub. Auch Veranstaltungen gehörten zum Konzept: An bestimmten Abenden gab es Disco-Schwimmen und Lasershows. Doch der Erfolg hielt nicht dauerhaft an. Bis 2001 war die Zahl der jährlichen Besucher auf rund 330.000 gesunken. Gleichzeitig häuften sich Beschwerden über den Zustand der Anlage.

Hygieneprobleme führen zur Schließung
In den 1990er Jahren geriet das Blub zunehmend wegen hygienischer Probleme in die Schlagzeilen. Kontrollen stellten unter anderem Keimbelastungen in Sauna- und Whirlpoolbereichen fest. Einzelne Bereiche mussten zeitweise geschlossen werden. 2002 eskalierte die Situation. Kontrolleure stellten unter anderem Rattenbefall, Rattenkot und Vogelkot fest. Im Dezember 2002 schloss das Gesundheitsamt das Bad schließlich wegen erheblicher hygienischer Mängel. Die Betreiber konnten die notwendigen Sanierungsmaßnahmen nicht finanzieren. 2003 folgte die Insolvenz. Zwar wurden anschließend verschiedene Ideen für eine Wiederbelebung entwickelt, doch am 1. Februar 2005 war endgültig Schluss. Die verbliebene Saunalandschaft „Al Andalus“ hielt sich noch bis 2012.

Aus dem Freizeitbad wird ein Lost Place
Nach der endgültigen Aufgabe begann der langsame Verfall. Das weitläufige Gelände verwilderte, Teile der Ausstattung wurden beschädigt oder entfernt. Das ehemalige Freizeitbad entwickelte sich zu einem beliebten, zugleich aber zunehmend gefährlichen Lost Place. Mehrere Nutzungskonzepte scheiterten. Geplant waren unter anderem ein Familien-Ferienresort und später ein Wohnungsbauprojekt mit Hunderten Wohnungen. Während die Zukunft des Areals immer wieder neu angekündigt wurde, verfiel die Bausubstanz weiter.

Brände zerstören die markante Architektur
Die Ruine wurde mehrfach von Bränden heimgesucht. Bereits 2013 musste die Feuerwehr wegen brennenden Mülls und Unrats ausrücken. Weitere Brände folgten 2015. Der schwerste Brand ereignete sich am 21. Juli 2016. Das Feuer zerstörte große Teile des Hauptgebäudes und insbesondere die markante hölzerne Dachkonstruktion. Erst am frühen Morgen des folgenden Tages war der Brand gelöscht. Das Landeskriminalamt nahm Ermittlungen auf. Damit verlor das ehemalige Badeparadies eines seiner auffälligsten architektonischen Merkmale.


2021 verschwindet das Blub endgültig
Nach Jahren des Leerstands wurde schließlich die Grundlage für eine neue Nutzung geschaffen. Der Bebauungsplan für das Areal wurde 2018 beschlossen. Vorgesehen war eine Wohnbebauung. Bis zum Frühjahr 2021 verschwanden die letzten größeren Überreste des ehemaligen Blub durch Abrissarbeiten. Damit endete auch die Geschichte eines der bekanntesten Berliner Lost Places.

Vom Freizeitparadies zur Ruinenkulisse
Die Geschichte des Blub steht exemplarisch für den Wandel einer Freizeitanlage: Was einst als modernes und überregional beliebtes Badeparadies eröffnet wurde, entwickelte sich innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer verfallenen Ruine. Für Lost-Place-Fotografen und Urbexer war das ehemalige Blub lange ein außergewöhnlicher Ort. Die Kombination aus riesigen Schwimmhallen, verwitterten Wasserattraktionen, Graffiti und der markanten Dachkonstruktion machte das Gelände zu einem besonderen Motiv. Mit dem Abriss 2021 verschwand jedoch auch dieses Kapitel der Berliner Urban-Exploration-Geschichte.
