Im thüringischen Dietlas, heute Ortsteil der Krayenberggemeinde im Wartburgkreis, entstand nach dem Zweiten Weltkrieg ein bedeutender Standort für die Entwicklung und Produktion von Bergbaumaschinen. Am 11. März 1948 wurde auf dem Gelände des früheren Kaliwerks das „Maschinen- und Reparaturwerk Dietlas“ gegründet – der Ausgangspunkt für den späteren VEB Bergwerksmaschinen Dietlas.

Spezialmaschinen für den DDR-Kalibergbau
Ab den 1960er-Jahren spezialisierte sich das Werk auf leistungsfähige mobile Großgeräte für den untertägigen Bergbau. Entwickelt und produziert wurden unter anderem Bohrwagen, Tiefschaufellader und Spezialfahrzeuge für die Kaliindustrie. Die Konstruktionen entstanden in enger Zusammenarbeit mit den Grubenbetrieben des DDR-Kombinats Kali und wurden an die schwierigen Bedingungen unter Tage angepasst.
Eine besondere Rolle spielten dabei Fahrzeuge für Bohr-, Lade- und Transportarbeiten. Auch Spezialtechnik wie Sprenglochladefahrzeuge, Kranfahrzeuge und sogenannte Beraubefahrzeuge zur Sicherung des Grubengebirges gehörte zum Programm.









Bis zu 600 Beschäftigte
Mit dem Ausbau entwickelte sich Bergwerksmaschinen Dietlas vom kleineren Betrieb zu einem bedeutenden Maschinenbauunternehmen. In den 1970er-Jahren arbeiteten dort rund 600 Menschen. Insgesamt entstanden bis 1990 etwa 1.700 mobile Bergbaugeräte auf Grundlage eigener Entwicklungen. Das Werk verfügte zudem über einen Gleisanschluss an die Feldabahn.

Nach der Wende kam der Niedergang
Mit dem Ende der DDR und der Neuordnung der Kaliindustrie brach der wichtigste Absatzmarkt des Unternehmens weitgehend weg. Zahlreiche Kaliwerke wurden geschlossen, wodurch der Bedarf an Bergbaumaschinen und Ersatzteilen drastisch sank.
1990 wurde der VEB in eine GmbH umgewandelt. Trotz Versuchen, mit neuer Zerkleinerungstechnik weitere Märkte zu erschließen, geriet das Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. 1997 folgte die Gesamtvollstreckung. Eine Nachfolgegesellschaft führte den Betrieb zunächst weiter.

Industriebrache verschwindet
2005 verlagerte die Nachfolgefirma ihre Aktivitäten in das Industriegebiet von Merkers. Damit endete die industrielle Nutzung des traditionsreichen Standorts in Dietlas. Die ehemalige Werksfläche entwickelte sich zur Industriebrache; ab 2013 wurden die Gebäude schrittweise abgerissen. Heute erinnert dort nur noch wenig an den einst bedeutenden Hersteller von Bergbaumaschinen. Auf dem Gelände befindet sich inzwischen eine Photovoltaikanlage.
