Villa Hupfeld wird abgerissen

Bad Nauheim. In der Ludwigstraße 13 in Bad Nauheim ist derzeit kein Übersehen möglich, dass sich das Stadtbild verändert. Bagger und Container prägen das Gelände, auf dem einst das Hotel Brunnenhof und die traditionsreiche Villa Hupfeld standen. Der Abriss der Gebäude ist in vollem Gange, der rote Mittelbau zwischen Hotel und Villa ist bereits vollständig verschwunden.

Die Arbeiten ebnen den Weg für ein neues Wohnprojekt: Geplant sind insgesamt 30 Eigentumswohnungen. Verantwortlich für Planung und Umsetzung ist Architekt Christian Wohlgemuth mit seiner Firma Pro BN Immobilien, ausgeführt werden Abriss und Neubau von der f. m. a. bau GmbH aus Rosbach als Generalunternehmer.

Aktuell wird die Villa Hupfeld für den Abriss vorbereitet. Dazu gehört zunächst die fachgerechte Entfernung asbesthaltiger Dachschindeln durch Spezialkräfte in Schutzanzügen. Bereits in knapp zwei Wochen soll auch dieses Gebäude vollständig abgetragen sein. Insgesamt rechnen die Verantwortlichen mit einer Abrissdauer von vier bis fünf Wochen, inklusive der Kellerbereiche.

Im Anschluss werden Archäologen das Areal untersuchen, sobald die Bodenplatte entfernt ist. Zusätzlich prüfen Statiker die Bodenbeschaffenheit, was den Baubeginn verzögern könnte. Die Baugenehmigung wird jedoch in Kürze erwartet. Der Start der Neubauarbeiten ist für das Frühjahr geplant, die Fertigstellung des Gesamtprojekts für Ende 2027 oder Anfang 2028.

Im Neubau entstehen 16 Wohnungen, weitere 14 werden im umgebauten ehemaligen Hotel Brunnenhof untergebracht, das derzeit entkernt wird. Erste Einheiten sind bereits reserviert. Trotz des vollständigen Neubeginns sollen historische Spuren erhalten bleiben: Balustraden, der Schriftzug „Ernst Hupfeld“ sowie weitere architektonische Elemente werden gesichert und teilweise wiederverwendet.

Während der Bauarbeiten ist der Fußgängerverkehr umgeleitet. Größere Probleme seien bislang nicht aufgetreten. Für viele Anwohnerinnen und Anwohner bleibt der Abriss dennoch ein emotionaler Moment – das Ende eines markanten Stücks Stadtgeschichte und zugleich der Beginn eines neuen Kapitels in der Ludwigstraße.

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