Verlassenes Altenheim wird abgerissen

Hannover-List. Ein jahrelanges Ärgernis für viele Anwohner in Hannover-List hat bald ein Ende. Die Lindhorst Gruppe lässt im Oktober das marode ehemalige DRK-Pflegeheim Am Listholze 29 abreißen. Das Gebäude, seit Jahren leerstehend und immer wieder Ziel von Vandalismus und Drogenkonsum, verschwindet damit endgültig aus dem Stadtbild.

Neubau soll 2027 fertig sein

Auf dem 6490 Quadratmeter großen Gelände plant die Lindhorst-Tochter Lavendio eine hochmoderne Seniorenresidenz. Ab Frühjahr 2026 soll gebaut werden, die Fertigstellung ist für Herbst 2027 vorgesehen. Der Neubau bietet Platz für 125 Pflegeplätze in vollstationärer, Kurzzeit- und Palliativpflege, dazu kommen 24 Servicewohnungen und neun Mitarbeiterwohnungen.

Anwohner klagten über unsichere Zustände

Die Freude im Stadtteil dürfte groß sein: Anwohner hatten sich jahrelang über den Zustand des leerstehenden Gebäudes beschwert. Mehrfach rückte die Polizei wegen Einbrüchen, Hausfriedensbrüchen und Drogendelikten an. „Mit dem Beginn des Abbruchs verschwindet endlich eine schwierige Ecke im Stadtteil List“, erklärte Projektleiter Holger Johannesmann. Eine Sanierung sei von Anfang an ausgeschlossen gewesen, da das Gebäude nicht mehr den Standards entsprach.

Pflege, Service und Arbeitsplätze

Das viergeschossige Gebäude wird als KfW-Effizienzhaus 55 errichtet und mit Wärmepumpe sowie Solaranlage betrieben. Geplant sind ein begrüner Innenhof, parkähnliche Außenanlagen und ein breites Serviceangebot: ein öffentliches Restaurant mit Sonnenterrasse, Friseur, Bibliothek, Pflege- und Wellnessbäder sowie ein Verabschiedungsraum. Insgesamt entstehen 78 neue Arbeitsplätze, bis zu 120 Beschäftigte sollen künftig vor Ort tätig sein.

Bewerbungen erst ab Baufortschritt möglich

Wann sich Bewohner und Mitarbeiter für Plätze und Stellen bewerben können, ist noch offen. „Das hängt vom Fortschritt der Bauarbeiten ab“, so Lindhorst-Sprecher Christoph Wilhelm. Erfahrungsgemäß würden Plätze ab dem Richtfest ausgeschrieben. Auch die Kosten für Pflege- und Serviceplätze sollen erst in der Endphase des Baus veröffentlicht werden.

Mit dem Abriss verschwindet nicht nur ein Schandfleck, sondern es entsteht zugleich ein neuer sozialer Mittelpunkt für den Stadtteil – und dringend benötigte Pflegekapazitäten.

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