Berlin. Ein historisches Gebäude mit industrieller Vergangenheit soll in Berlin-Friedrichshain eine neue Zukunft erhalten. Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Stralauer Glashütte auf der Halbinsel Stralau steht seit Jahren leer. Nun soll der denkmalgeschützte Bau saniert und künftig für soziale, kulturelle und beratende Angebote genutzt werden. Damit rückt ein lange vernachlässigter Lost Place wieder in den Fokus der Stadtentwicklung. Die Stralauer Glashütte prägte den Standort über Jahrzehnte. Von 1889 bis 1996 wurde auf dem Gelände Glas hergestellt. Das frühere Verwaltungsgebäude erinnert bis heute an diese industrielle Geschichte. Statt den historischen Bestand aufzugeben, ist nun eine denkmalgerechte Instandsetzung vorgesehen. Der Sanierungsbeginn ist für 2027 geplant.
Im Erdgeschoss sollen soziale und kulturelle Angebote entstehen, die ausdrücklich auch den Anwohnern offenstehen. In den oberen Geschossen sind Beratungsangebote für Geflüchtete vorgesehen. Auf dem Grundstück ist darüber hinaus eine Unterkunft für bis zu 300 Menschen geplant. Der Neubau soll nach derzeitiger Planung Mitte 2027 beginnen und 2029 fertiggestellt werden.
Die geplante Umnutzung zeigt, wie historische Industriebauten durch neue soziale Funktionen wiederbelebt werden können. Aus dem leerstehenden Zeugnis der Berliner Industriegeschichte soll ein Ort werden, der unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zusammenbringt. Welche konkreten Angebote tatsächlich umgesetzt werden, hängt auch von der Auswahl des künftigen sozialen Trägers ab.
