Hamburg. Die evangelische Hauptkirche St. Jacobi in Hamburg steht vor einem tiefgreifenden Einschnitt: Im Zuge der geplanten Generalsanierung soll der Turmhelm der Kirche zurückgebaut werden. Die Entscheidung sei schwer gefallen, aber unumgänglich, erklärte Hauptpastor Stefan Holtmann. Ziel der Maßnahme ist es, die mittelalterliche Bausubstanz dauerhaft zu sichern.
Der heutige Turmhelm stammt aus der Nachkriegszeit und lastet mit enormem Gewicht auf dem historischen Mauerwerk. Laut Kirchenkreis Hamburg-Ost drohen langfristig gravierende Schäden: Immer wieder seien Risse aufgetreten, Pfeiler mussten in der Vergangenheit mehrfach verstärkt werden. Selbst in vor gut zehn Jahren sanierten Bereichen seien erneut Haarrisse festgestellt worden. Der Rückbau würde den Turmschaft um rund 2.500 Tonnen entlasten.
Der Eingriff ist Teil einer umfassenden Generalsanierung, die Bund und Stadt Hamburg mit jeweils 20 Millionen Euro fördern. Nach einer ersten Planungsphase seit 2023 sollen die eigentlichen Bauarbeiten ab 2028 beginnen. Neben dem Rückbau des Turmhelms sind unter anderem Maßnahmen zum Brandschutz, die Restaurierung historischer Fenster und eine neue Beleuchtung des Kirchenschiffs vorgesehen.
Auch der Denkmalschutz trägt die Entscheidung mit. Zwar verändere der Rückbau die Silhouette der Stadt spürbar, doch der Schutz der historischen Substanz habe Vorrang. Der Turm von St. Jacobi war bereits mehrfach umgestaltet worden – der jetzige Helm ist bereits der dritte in der Geschichte der Kirche. Für viele Hamburger bedeutet der Schritt einen emotionalen Verlust, für die Verantwortlichen ist er vor allem eine Investition in die Zukunft des Bauwerks.
