Sinti-Mausoleum in Halle gerettet

Halle (Saale). Das Sinti-Mausoleum im halleschen Stadtteil Osendorf ist vor dem endgültigen Verfall bewahrt worden. Das 1915 errichtete Grabmal für den Sinto Josef Nauni Weinlich war zuletzt in einem desolaten Zustand. Nach einer umfassenden Sanierung ist das seltene Kulturdenkmal nun wiederhergestellt.

Die Stadt Halle investierte rund 350.000 Euro in die Rekonstruktion. Dabei wurden unter anderem Gründung, Mauerwerk und Decke instandgesetzt. Die Finanzierung erfolgte mit Unterstützung des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt sowie aus städtischen Eigenmitteln. Das Mausoleum gilt als eines der seltenen baulichen Zeugnisse der Geschichte der Sinti und Roma in Mitteldeutschland.

Eine besondere Rolle bei der Rettung spielte eine Schülergruppe des Elisabeth-Gymnasiums. Die Jugendlichen beschäftigten sich seit Jahren mit dem Gebäude, dokumentierten dessen Zustand und setzten sich für seine Sanierung ein. Bei den Restaurierungsarbeiten wurde zudem ein früher zugemauertes zweites Fenster entdeckt. Schülerinnen und Schüler entwickelten gemeinsam mit einem Glaskünstler eine neue Gestaltung mit Mohnblumen und Farben, die an die Sinti-und-Roma-Flagge erinnern.

Ende August 2026 wurde das sanierte Mausoleum feierlich eingeweiht. Es erinnert nicht nur an Josef Weinlich und die Geschichte der Sinti in Halle, sondern auch an die Verfolgung der Minderheit während der NS-Zeit. Damit wurde aus einem akut gefährdeten Baudenkmal wieder ein öffentlich wahrnehmbarer Erinnerungsort.

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