Im Park der Havelauen in Hennigsdorf steht ein ungewöhnliches Relikt aus der Zeit des Nationalsozialismus: ein sogenannter Ein-Mann-Bunker. Die kleine Betonzelle wurde zwischen 1941 und 1945 als Luftschutz-Splitterschutzzelle errichtet. Nun steht das Bauwerk unter Denkmalschutz. Die Stadt will es restaurieren und damit ein seltenes Zeugnis der regionalen Kriegsgeschichte bewahren.
Die Schutzbunker dieser Bauart dienten während des Zweiten Weltkriegs vor allem dazu, Menschen vor herabfallenden Bombensplittern zu schützen. In Hennigsdorf wurden Jugendliche ab 16 Jahren als sogenannte Brandmelder eingesetzt. Sie sollten nach Luftangriffen Brände erkennen und melden. Der kleine Betonbau dokumentiert damit nicht nur die damalige Luftschutztechnik, sondern auch die Einbindung junger Menschen in die Kriegsorganisation.
Über Jahre wurde der Bunker beschädigt und vernachlässigt. Graffiti, Müll und Witterungseinflüsse hinterließen ihre Spuren. Bereits 2001 war das Bauwerk bei Abrissarbeiten auf einem früheren Industriegelände wiederentdeckt worden. Engagierte Heimatforscher setzten sich dafür ein, dass es nicht als Bauschutt verschwand und stattdessen in den Havelauen erhalten blieb.
Die geplante Restaurierung soll das seltene Relikt dauerhaft sichern. Der Ein-Mann-Bunker gilt als außergewöhnliches Zeugnis seiner Art in Berlin und Brandenburg. Seine Unterschutzstellung ist deshalb mehr als eine formale Entscheidung: Sie macht deutlich, dass auch unscheinbare Betonbauten historische Spuren bewahren können. Gleichzeitig bleibt der Umgang mit weiteren Bunkeranlagen in Hennigsdorf eine offene Aufgabe – denn längst nicht alle Relikte der Kriegs- und Nachkriegszeit sind gesichert.
