Dresden. Die Sanierung des ehemaligen Chemiehandels an der Rosenstraße 77 in Dresden kommt voran. Seit Herbst 2025 werden die alten Lager- und Bürogebäude auf dem rund 15.000 Quadratmeter großen Areal zurückgebaut. Ziel ist es, die jahrzehntelangen Altlasten zu beseitigen und das innerstädtische Grundstück bis Ende 2027 wieder sicher nutzbar zu machen.
Unerwartete Funde bremsen Baufortschritt
Nach dem Abriss der Gebäude konzentrieren sich die Arbeiten derzeit auf die Entfernung von Fundamenten und belasteten Bodenschichten. Bereits rund 40 Prozent der kontaminierten Flächen wurden saniert. Allerdings stießen die Fachleute im Untergrund auf deutlich mehr Fundamentreste als erwartet, wodurch sich das Projekt aktuell um etwa zwei Monate verzögert.
Innovative Technologie gegen Schadstoffe im Grundwasser
Im Spätsommer soll die Sanierung des belasteten Grundwassers beginnen. Dabei setzt die Stadt auf ein modernes biologisches Verfahren: Spezielle Mikroorganismen werden in tiefere Bodenschichten eingebracht und sollen dort Schadstoffe abbauen. Das Verfahren gilt als kostengünstiger und umweltschonender als ein großflächiger Bodenaustausch.
Regelmäßige Boden- und Grundwasseruntersuchungen sollen den Erfolg der Maßnahme überwachen. Erste belastbare Ergebnisse zur Dauer der Sanierung werden etwa sechs Monate nach Beginn erwartet.
Millionenförderung für Altlastenbeseitigung
Für das Großprojekt erhält Dresden finanzielle Unterstützung vom Freistaat Sachsen und aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Insgesamt stehen Fördermittel in Höhe von 4,8 Millionen Euro zur Verfügung. Damit soll die ehemalige Industriefläche langfristig von Schadstoffen befreit und für eine neue Nutzung vorbereitet werden.
