Ratzeburg. In Ratzeburg ist die marode Rotunde an der Schlosswiese Geschichte. Am Dienstag, 6. Oktober, rückte ein Abrissunternehmen an, um den Rundbau Stück für Stück abzutragen. Zahlreiche Schaulustige verfolgten den Rückbau vor Ort. Bereits am Mittwoch sollten die Arbeiten abgeschlossen sein. Damit verschwindet ein Gebäude, über dessen Zukunft in der Stadt lange diskutiert worden war.
Die Rotunde wurde 1959 als Sanitärgebäude für den damaligen Campingplatz errichtet. Der rund zwölf Meter breite Pavillon mit seinem reetgedeckten Kegeldach wurde 1976 umgebaut und später unterschiedlich genutzt, unter anderem für Töpferei und Gastronomie. Wegen erheblicher Schäden galt das Gebäude zuletzt als nicht mehr erhaltenswert. Die Stadtvertretung hatte den Abriss bereits im Dezember 2025 mehrheitlich beschlossen.
Die veranschlagten Kosten für den Abriss liegen bei rund 15.000 Euro. Über die künftige Nutzung der frei werdenden Fläche an der touristisch stark frequentierten Schlosswiese besteht allerdings weiterhin keine abschließende Einigkeit. Eine gewerblich-gastronomische Nutzung wurde ebenso diskutiert wie alternative Konzepte für den Standort.
Mit dem Abriss ist die bauliche Entscheidung gefallen, die städtebauliche Zukunft des Grundstücks dagegen noch nicht. Ratzeburg verliert einen langjährigen Bestandteil des Uferbereichs – und muss nun klären, was an seine Stelle treten soll.
