Planegg. Das älteste Gebäude in der Planegger Bahnhofstraße verliert seinen Schutz – und steht damit vor dem Abriss. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hat bestätigt, dass das Haus mit der Nummer 38 kein Baudenkmal mehr ist. Damit ist der Weg für einen Neubau prinzipiell frei, auch wenn der Bauausschuss den ersten Antrag des Eigentümers zunächst abgelehnt hatte.
Das charakteristische Haus mit spitzem Giebel und kleiner Terrasse stammt aus den Jahren 1894/95 und wurde ursprünglich vom Baugeschäft Del Bondi als Landhaus im Schweizerhaus-Stil errichtet. Über die Jahrzehnte wurde das Gebäude jedoch mehrfach verändert: Dach, Giebel und Balkone wurden umgebaut, Türen und Fenster ersetzt, und im Erdgeschoss wich ein historisches Wohnzimmer einem Laden mit Schaufenster. Diese Umbauten hätten den historischen Charakter „stark beeinträchtigt“, so das Landesamt – eine Wiedereintragung in die Denkmalliste sei ausgeschlossen.
Geplant ist an der Stelle ein viergeschossiger Neubau mit einem zurückgesetzten Terrassengeschoss und einer Tiefgarage mit 30 Stellplätzen. Dafür müsste auch der Flachbau mit dem beliebten Eiscafé „Gusto mio“ weichen. Das Bauamt hatte den Antrag auf Vorbescheid zuletzt abgelehnt, weil die zulässige Geschossfläche um rund 340 Quadratmeter überschritten wurde.
Wie der Bauherr nun auf die Entscheidung reagiert, ist noch offen. Klar ist: Das Gebäude, das einst das Straßenbild prägte, wird wohl bald Geschichte sein.
