Marl. Die beiden historischen Fördertürme der ehemaligen Zeche Auguste Victoria 1/2 in Marl-Hüls könnten doch noch eine Zukunft haben. Nach Jahren des Verfalls will der neue Eigentümer die denkmalgeschützten Stahlkonstruktionen sanieren. Der Rost hat den Bauwerken aus den Jahren 1905 und 1907 bereits sichtbar zugesetzt. Geplant sind der Austausch beschädigter Bauteile sowie das Sandstrahlen und Neulackieren der Gerüste. Die geschätzten Kosten liegen bei rund einer Million Euro pro Turm.
Die beiden Fördergerüste stehen seit 1987 unter Denkmalschutz. Auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe bekräftigt den historischen Wert der Anlagen. Doch der Fall zeigt ein bekanntes Problem beim Erhalt industrieller Denkmäler: Eine Unterschutzstellung allein verhindert weder Korrosion noch den fortschreitenden Substanzverlust. Entscheidend ist, ob rechtzeitig Geld investiert und eine tragfähige Perspektive für die Bauwerke geschaffen wird.
Die geplante Sanierung wäre deshalb mehr als eine bauliche Reparatur. Sie böte die Chance, zwei markante Zeugnisse der Bergbaugeschichte für kommende Generationen zu bewahren. Ob die Rettung gelingt, muss sich an der tatsächlichen Umsetzung der angekündigten Arbeiten zeigen.
