Zittau. Im ehemaligen Armeegebiet im Süden von Zittau verschwindet ein weiteres Relikt der militärischen Vergangenheit. Am 17. August 2026 beginnen am Villingenring 5 die ersten vorbereitenden Arbeiten für den Abriss des maroden Kasernengebäudes. Die Stadt geht davon aus, dass der Rückbau noch in diesem Jahr abgeschlossen werden kann. Arbeiten zur anschließenden Renaturierung könnten bis Anfang 2027 dauern. Den Zuschlag erhielt ein Abrissunternehmen aus Zittau. Mit einem Angebot von knapp 185.000 Euro lag die Firma deutlich unter der städtischen Kostenschätzung von rund 325.000 Euro. Insgesamt sind für das Vorhaben einschließlich Planung und Gutachten rund 464.000 Euro eingeplant.
Die Maßnahme wird zu 90 Prozent aus Fördermitteln des Freistaates Sachsen finanziert. Um den Abriss kurzfristig auf den Weg zu bringen, war eine Sondersitzung des zuständigen technischen und Vergabeausschusses erforderlich. Vor Beginn des Rückbaus wurde das Gebäude artenschutzrechtlich untersucht. Dabei konnten mehrere Fledermausarten nachgewiesen werden. Deshalb sind entsprechende Kompensationsmaßnahmen vorgesehen. Hinweise auf eine Belastung durch Asbest gibt es nach Angaben der Stadt nicht. Beeinträchtigungen für Bewohner und Nutzer der umliegenden Gebäude werden während der Arbeiten derzeit nicht erwartet.
Weitere Kasernen bereits verschwunden
Mit dem Villingenring 5 setzt sich der Rückbau des ehemaligen Militärstandorts fort. Die Gebäude Villingenring 2 und 4 sowie die frühere Mensa am Pistoiaer Weg 2 sind bereits abgerissen. Die Stadt verfolgt damit langfristig die Umgestaltung des Areals zu einer stärker begrünten Fläche. Für das unmittelbar benachbarte Gebäude Villingenring 6 gibt es dagegen noch keinen konkreten Abrisszeitpunkt. Nach Angaben der Stadt bestehen weiterhin offene Fragen mit der Unteren Naturschutzbehörde.
Bereits das nächste Gebäude steht auf der Abrissliste. Am Pistoiaer Weg 5 soll das ehemalige Schulungs- und Ausbildungsgebäude aus dem Jahr 1971 verschwinden. Für Rückbau, Planung, Gutachten und Ausgleichsmaßnahmen sind rund zwei Millionen Euro vorgesehen. Auch dieses Projekt soll zu 90 Prozent gefördert werden und bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Eine konkrete Nachnutzung der frei werdenden Flächen ist bislang nicht vorgesehen. Die Stadt will die Abrissflächen zunächst lediglich mit Rasen begrünen. Weitere Abrissvorhaben auf dem ehemaligen Armeeareal sind derzeit nicht geplant.
