Hamburg. Ein rund 100 Jahre alter Pavillon im Hamburger Altonaer Volkspark ist Ziel von Kupferdieben geworden. Die Täter versuchten, Teile der Kupferverkleidung vom Dach zu lösen. Zwar konnten sie das Metall nicht vollständig stehlen, hinterließen am denkmalgeschützten Bauwerk jedoch erhebliche Schäden. Das teilweise aufgerissene Dach ist inzwischen großflächig beschädigt.
Der freistehende Pavillon wurde 1920 im Schulgarten des Altonaer Volksparks errichtet. Der filigrane Bau steht auf acht Säulen, zwischen denen sich teilweise Balustraden befinden. Im Inneren laden Sitzbänke zum Verweilen ein. Das charakteristische Kupferdach schützt die historische Konstruktion seit Jahrzehnten vor Witterungseinflüssen. 2007 konnte das Bauwerk mithilfe von Spenden umfassend restauriert werden.
Für die Täter offenbarte sich das Kupferdach als lohnendes Ziel – doch der Versuch scheiterte. Statt wertvolles Buntmetall abzutransportieren, hinterließen sie ein schwer beschädigtes Denkmal. Die aufgerissenen Dachflächen müssen nun gesichert und repariert werden. Die Polizei ermittelt.
Der Fall steht nicht isoliert. In Hamburg haben Kupferdiebstähle zuletzt deutlich an Bedeutung gewonnen. Betroffen sind neben Kabeln und Leitungen auch Dächer, Dachrinnen und andere Bauteile aus dem begehrten Metall. Die MOPO berichtete bereits von weiteren Fällen an Gebäuden und Infrastruktur. Der aktuelle Angriff auf den Pavillon zeigt dabei eine besonders bittere Seite des Problems: Für den Materialwert eines alten Kupferdachs wird ein historisches Bauwerk beschädigt, dessen Erhalt wesentlich aufwendiger ist als der mögliche Erlös der Beute.
