Kempten: Ehemaliges Kreiskrankenhaus verfällt

Kempten. Seit Jahren steht das ehemalige Kreiskrankenhaus an der Memminger Straße in Kempten leer. Während auf dem übrigen früheren Klinikgelände längst ein Wohnquartier entstanden ist, bleibt der denkmalgeschützte Altbau ein ungelöstes Problem. Geplant sind rund 100 Wohnungen – doch von einer Umsetzung ist bislang nichts zu sehen. Stattdessen prägen Vermüllung, Graffiti, beschädigte Fenster und überwucherte Flächen das Bild. Nun beschäftigt sich auch die Untere Denkmalschutzbehörde verstärkt mit dem Zustand des Gebäudes.

Der historische Gebäudeteil stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und wurde 2013 von einer Immobiliengesellschaft erworben. Für den Eigentümer gelten aufgrund des Denkmalstatus besondere Verpflichtungen: Nach dem Bayerischen Denkmalschutzgesetz muss das Gebäude instand gehalten und vor Gefährdung geschützt werden. Die städtische Denkmalschutzbehörde kontrolliert, ob diese Pflichten eingehalten werden.

Die Pläne für neuen Wohnraum liegen seit Jahren auf dem Tisch. Bereits vor rund zehn Jahren hatte der Stadtrat dem Vorhaben zugestimmt. Während das benachbarte Areal inzwischen entwickelt wurde, blieb das historische Krankenhausgebäude außen vor. Die Stadt will nun erneut das Gespräch mit dem Eigentümer suchen. Wann die Sanierung beginnt und ob die geplanten Wohnungen tatsächlich realisiert werden, bleibt offen.

Der Fall zeigt das Dilemma vieler denkmalgeschützter Immobilien: Dringend benötigter Wohnraum ist geplant, doch das Gebäude wartet weiter auf seine Rettung. Der Denkmalschutz kann den Verfall dokumentieren und auf Pflichten hinweisen – eine konkrete Sanierung ersetzt das nicht.

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