Weimar. Der historische Schlauchturm der ehemaligen Feuerwache in Weimar soll eine Zukunft bekommen. Das hölzerne Bauwerk in der Erfurter Straße wurde 1926 errichtet und ist heute das Wahrzeichen des Quartiersprojekts „Alte Feuerwache“. Doch die denkmalgerechte Sanierung ist komplizierter als erhofft: Das verbaute Holz ist mit teerhaltigen Holzschutzmitteln belastet. Dadurch werden mögliche Nutzungen im Inneren erheblich erschwert.
Nach dem Auszug der Berufsfeuerwehr im Jahr 2006 stand das denkmalgeschützte Ensemble zunächst leer. 2019 wurde das Gelände an eine Projektgesellschaft verkauft, die das Areal zu einem gemeinschaftlichen Wohn- und Arbeitsort entwickelt. Inzwischen sind Wohnungen, Gewerbeflächen und Angebote für das nachbarschaftliche Miteinander entstanden. Der Schlauchturm soll dabei nicht nur als historisches Relikt erhalten bleiben, sondern langfristig auch öffentlich zugänglich werden.
Die Schadstoffbelastung wirft Fragen nach einer sicheren und wirtschaftlich vertretbaren Nutzung auf. Ziel der Verantwortlichen ist es, die charakteristische Gestalt des Turms zu bewahren und zugleich eine Perspektive für Besucher zu schaffen. Welche Lösungen sich für den Innenraum umsetzen lassen, bleibt eine zentrale Herausforderung.
Der hundertjährige Schlauchturm steht damit beispielhaft für den schwierigen Umgang mit technikhistorischen Denkmälern: Der Wille zum Erhalt ist vorhanden, doch Altlasten können aus einem vermeintlich einfachen Sanierungsprojekt eine aufwendige Aufgabe machen.
