Nürnberg. Nürnberg erweitert seine Denkmalliste um fünf Gebäude. Zwischen September 2025 und August 2026 wurden zwölf Objekte auf ihre Denkmalwürdigkeit untersucht. Fünf davon erfüllen die Kriterien und stehen nun offiziell unter Denkmalschutz. Darunter befinden sich überraschend unterschiedliche Bauwerke – vom ehemaligen Leichenhaus bis zur Direktorenvilla. Zu den Neuzugängen gehört das 1958 errichtete Leichenhaus auf dem Gelände des August-Meier-Heims an der Regensburger Straße. Es entstand im Zuge des Umbaus eines früheren Arbeiterlagers zu einem Altenpflegeheim und dokumentiert damit ein Stück Nürnberger Sozial- und Baugeschichte.
Auch die 1950 errichtete Direktorenvilla in der Schmausenbuckstraße gehört künftig zum geschützten Bestand. Der von Fritz Mayer für MAN entworfene Bau gilt als weitgehend unverändert erhaltenes Beispiel konservativer Nachkriegsmoderne. Hinzu kommen ein Wohnhaus am Aussiger Platz, ein Geschäftshaus aus den 1950er-Jahren in der Vorderen Sterngasse sowie ein Schulhaus an der Rollnerstraße.
Die neuen Eintragungen zeigen, wie breit der Blick der Denkmalpflege inzwischen reicht. Nicht nur spektakuläre Altbauten oder repräsentative Villen können historische Bedeutung besitzen. Auch Alltagsarchitektur, soziale Einrichtungen und Bauten der Nachkriegszeit erzählen Stadtgeschichte. Die Denkmalliste ist dabei kein abgeschlossenes Verzeichnis. Gebäude können jederzeit auf ihre Denkmalwürdigkeit geprüft und neu aufgenommen werden. Für Nürnberg bedeutet das: Was heute unscheinbar wirkt, kann morgen bereits Teil des geschützten historischen Erbes sein.
