Düsseldorf/Lemgo. Die denkmalgeschützte Ölmühle Brake in Lemgo steht vor einem zentralen Schritt zur Sicherung ihres Fortbestands: Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung fördert den Neubau des Wasserrads mit bis zu 50.000 Euro. Das hat der Vorstand der Stiftung unter dem Vorsitz von Eckhard Uhlenberg beschlossen. Mit der Maßnahme wird das Herzstück der mehr als 200 Jahre alten Mühle erneuert – und damit die Funktionsfähigkeit eines bedeutenden Technikdenkmals langfristig erhalten.
Die Ölmühle stammt aus dem Jahr 1808 und war bis zu ihrer Stilllegung 1927 über fünf Generationen hinweg in Betrieb. In dieser Zeit wurden hier aus unterschiedlichen Saaten Speise- und Nutzöle gewonnen. Die nahezu vollständig erhaltene Mühlen- und Mahltechnik aus dem 19. Jahrhundert macht die Anlage heute zu einem seltenen Zeugnis vorindustrieller Produktionsweise. Zugleich ist sie fester Bestandteil des historischen Schlossensembles Lemgo-Brake.
Seit 1974 kümmert sich der Verein Alt Lemgo e. V. um den Erhalt der Mühle und hat sie über Jahrzehnte hinweg für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Doch die Lage am Gewässer bringt erhebliche Herausforderungen mit sich. Wiederkehrende Hochwasser und dauerhafte Feuchtigkeit haben Gebäude, Technik und Inventar immer wieder stark belastet. In den vergangenen fünfzig Jahren waren daher mehrere Sanierungsmaßnahmen notwendig, um das Denkmal vor dem Verfall zu bewahren.
Besonders betroffen ist das außenliegende Wasserrad, das als zentrales Antriebselement der Mühle dient. Es wurde zuletzt 1987 erneuert, ist inzwischen jedoch so stark beschädigt, dass ein Weiterbetrieb nicht mehr möglich war. Das Wasserrad musste stillgelegt werden – mit spürbaren Folgen für die Anschaulichkeit und Funktion der gesamten Anlage. Der nun geplante Neubau soll diesen Zustand beenden und die Mühle wieder in ihrer ursprünglichen Funktionsweise erlebbar machen.
NRW-Stiftungsvorsitzender Eckhard Uhlenberg unterstreicht die Bedeutung der Förderung: Die Ölmühle sei nicht nur aus technikgeschichtlicher Sicht ein herausragendes Denkmal, sondern auch von großer stadt-, wirtschafts- und kulturgeschichtlicher Relevanz. Das jahrzehntelange Engagement des Vereins Alt Lemgo e. V. habe maßgeblich dazu beigetragen, dieses Erbe zu bewahren. Mit der Erneuerung des Wasserrads werde diese Arbeit nachhaltig abgesichert.
Die Maßnahme ist zudem eng mit Hochwasserschutzprojekten verknüpft, die die Stadt Lemgo derzeit im Umfeld der Ölmühle umsetzt. Ziel ist es, die Anlage besser vor zukünftigen Schäden zu schützen und ihre öffentliche Zugänglichkeit dauerhaft zu gewährleisten. Mit dem neuen Wasserrad erhält die Ölmühle Brake nicht nur ein zentrales technisches Bauteil zurück, sondern auch eine langfristige Perspektive als lebendiger Ort der Industriekultur.
