Crailsheim. Gleich zwei Brände innerhalb von 30 Stunden haben das historische Bahnbetriebswerk in Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall) schwer beschädigt. In der Nacht auf Samstag geriet zunächst ein alter Eisenbahnwaggon in Brand – die Flammen griffen rasch auf den Lokschuppen über. Der Schaden wird auf mehr als 750.000 Euro geschätzt. Nur zwei Nächte später loderten erneut Flammen im Gebäude: Ein Glutnest hatte sich offenbar wieder entzündet.
Die Feuerwehr rückte mit 24 Kräften und fünf Fahrzeugen aus und konnte den Brand schnell löschen. Verletzt wurde diesmal niemand. Bereits beim ersten Feuer waren zwei Männer mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus gekommen, konnten aber bald wieder entlassen werden.
Wie es zu dem verheerenden Großbrand kam, ist weiterhin unklar. Ermittler vermuten, dass Schweißarbeiten an einem Waggon am Samstag den Brand ausgelöst haben könnten. Polizei und Staatsanwaltschaft Ellwangen haben die Untersuchungen inzwischen abgeschlossen, ein Gutachter wurde nicht mehr hinzugezogen.
Das Bahnbetriebswerk steht im Eigentum der Bahnbetriebswerk Crailsheim AG, die die Gebäude gemeinnützigen Vereinen zur Verfügung stellt – darunter der DBK Historische Bahn e.V. und der Gesellschaft für Fahrzeugtechnik (GFF), die hier historische Lokomotiven restaurieren.
Nach dem Feuer ist das Gebäude einsturzgefährdet, das Dach vollständig zerstört. Vorstandschef Konstantin Neer appelliert an die Öffentlichkeit: Der Verein sei nun dringend auf Spenden angewiesen. „Wie es weitergeht, wissen wir noch nicht. Erstmal müssen wir aufräumen“, sagt er.
Schon 2021 hatten Flammen das Vereinsgelände getroffen – damals brannten mehrere historische Waggons nieder.
