Emden. Der denkmalgeschützte Nordertorkiosk in Emden soll wiederbelebt werden. Die Stadt hat ein Interessenbekundungsverfahren gestartet und sucht einen Betreiber, der das historische Gebäude künftig für die Nahversorgung nutzt. Vorgesehen sind unter anderem Lebensmittel und Alltagsartikel sowie Getränke und Snacks. Der Kiosk soll für zunächst zehn Jahre verpachtet werden. Der künftige Betreiber muss den Betrieb eigenverantwortlich und auf eigenes wirtschaftliches Risiko führen. Wegen des Denkmalschutzes sind bauliche Veränderungen nur eingeschränkt möglich und genehmigungspflichtig. Mit der Wiederbelebung verfolgt die Stadt nicht nur wirtschaftliche Ziele. Der Betrieb soll auch die Nahversorgung verbessern und für mehr Präsenz und soziale Kontrolle im Umfeld sorgen.
Der Nordertorkiosk entstand zwischen 1927 und 1929 nach Plänen der Stadtarchitekten Walter Heim und Walter Luckau gemeinsam mit der Boltentorbrücke. Der expressionistische Backsteinbau ist als Pavillon gestaltet und gehört zu den markanten historischen Kleinbauten der Emder Innenstadt. Bereits zuvor war der Erhalt des Gebäudes Thema. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützte 2025 Sanierungsarbeiten am Kiosk mit 100.000 Euro.
Interessierte Betreiber können ihre Konzepte noch bis zum 30. September 2026 bei der Stadt Emden einreichen. Gefragt sind unter anderem Angaben zum Sortiment, zu Öffnungszeiten, Personal, Betriebsorganisation und zum Umgang mit dem Denkmal. Damit bekommt der historische Nordertorkiosk eine neue Chance: Aus einem denkmalgeschützten Leerstand soll wieder ein funktionierender Bestandteil des Stadtteils werden.
