Berlin. Auf dem Gelände der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Berlin-Wittenau laufen die Vorbereitungen für ein neues Wohnquartier. Die landeseigene GESOBAU plant auf dem westlichen Teil des Areals rund 600 Wohnungen. Der aktuelle Planungsstand sieht einen Baubeginn im Jahr 2028 vor. Für das Neubauprojekt müssen die sogenannten Sternhäuser weichen. Die Gebäude aus der früheren Kliniknutzung werden nach Angaben der GESOBAU wegen erheblicher Schadstoffbelastungen und ihrer ungünstigen baulichen Struktur zurückgebaut. Die Entkernung und Schadstoffsanierung läuft bereits seit 2024, seit Februar 2026 werden die Gebäudehüllen abgetragen.
Auf der frei werdenden Fläche soll ein sozial durchmischtes und weitgehend autoarmes Wohnquartier entstehen. Vorgesehen sind neben den Wohnungen auch Angebote der sozialen Infrastruktur. Die Planung basiert auf einem städtebaulichen Werkstattverfahren, bei dem insbesondere ein möglichst geringer Flächenverbrauch und der Schutz des vorhandenen Baumbestands berücksichtigt wurden. Das Projekt steht zugleich im Spannungsfeld zwischen dringend benötigtem Wohnraum, Denkmalschutz und Naturschutz. Das weitläufige ehemalige Klinikgelände verfügt über wertvollen Baumbestand. Zudem haben Untersuchungen geschützte Lebensräume und Arten festgestellt. Die weitere Planung muss deshalb zahlreiche artenschutzrechtliche Vorgaben berücksichtigen.
Mit dem Rückbau der Sternhäuser verschwindet ein weiterer Teil der früheren Klinikbebauung. Auf der rund 45 Hektar großen Gesamtfläche soll damit ein neues Kapitel der Stadtentwicklung beginnen. Wann die ersten Wohnungen tatsächlich bezogen werden können, ist derzeit noch offen.
