Denkmalnetz Bayern klagt gegen Abriss

Thurnau. Der geplante Abriss des ehemaligen Gasthofs „Zum Schwanen“ in Thurnau stößt weiter auf Widerstand. Das Denkmalnetz Bayern hat am 22. Dezember offiziell Verbandsklage gegen die erteilte Abrisserlaubnis eingereicht. Der Zusammenschluss aus Bürgerinitiativen und engagierten Einzelpersonen setzt sich ehrenamtlich für den Schutz historischer Bausubstanz ein und will den Abbruch des traditionsreichen Gebäudes vorerst stoppen.

Nach Darstellung des Denkmalnetzes ist die Genehmigung durch die Regierung von Oberfranken formell rechtswidrig. In einer Pressemitteilung argumentiert der Verband, dass der Abriss in direktem Zusammenhang mit dem geplanten Ausbau der angrenzenden Staatsstraße stehe. Damit handele es sich nicht um ein isoliertes Bauvorhaben, sondern um einen Eingriff, der zwingend im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens hätte behandelt werden müssen. Ein solches Verfahren sieht unter anderem die Beteiligung der Öffentlichkeit sowie eine sorgfältige Abwägung möglicher Alternativen vor.

Genau diese Schritte seien jedoch unterblieben, kritisiert das Denkmalnetz. Mit der Klage will der Verband nach eigenen Angaben vor allem Zeit gewinnen. Ziel sei es, gemeinsam mit Politik, Verwaltung und möglichen Investoren „kreative Lösungen“ zu entwickeln, um den Erhalt des aus Sicht der Denkmalschützer „außerordentlich wertvollen Baudenkmals“ doch noch zu ermöglichen.

Der Gasthof „Zum Schwanen“ gilt als prägendes historisches Gebäude für den Ortskern von Thurnau. Sein möglicher Abriss hat in der Region eine Debatte über den Stellenwert des Denkmalschutzes gegenüber verkehrlichen Interessen ausgelöst. Ob die Klage den Abbruch tatsächlich verhindern kann, ist offen. Klar ist jedoch: Der Konflikt um das Gebäude ist damit in eine neue, juristische Phase eingetreten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert