Ilmenau. In der Thüringer Universitätsstadt Ilmenau verschwinden weitere Wohngebäude aus der DDR-Zeit. Die Plattenbauten werden zurückgebaut, nachdem sich ihre Nutzung und die Nachfrage nach den Wohnungen verändert haben. Damit setzt sich ein Prozess fort, der viele ostdeutsche Städte seit Jahren beschäftigt: Der einst dringend benötigte Wohnraum wird an einigen Standorten nicht mehr in seinem ursprünglichen Umfang gebraucht.
Die Gebäude entstanden in einer Zeit, in der schnell und in großer Zahl neuer Wohnraum geschaffen werden musste. Typische Plattenbausiedlungen prägten deshalb auch zahlreiche Universitäts- und Industriestädte der DDR. Heute stehen Kommunen und Wohnungsunternehmen vor der Frage, welche dieser Bestände langfristig erhalten, saniert oder zurückgebaut werden können.
Mit dem Rückbau verändert sich nicht nur die Wohnstruktur, sondern auch das Erscheinungsbild ganzer Quartiere. Wo einst mehrgeschossige Plattenbauten standen, können künftig neue Freiflächen, moderne Wohnangebote oder andere Nutzungen entstehen. Der Abriss ist damit zugleich ein Stück Stadtgeschichte: Die Bauten, die einst für den Aufbruch der DDR standen, verschwinden nach und nach aus dem Stadtbild. Andere Beispiele zeigen, dass dieser sogenannte Stadtumbau insbesondere in Thüringen bereits seit Jahren praktiziert wird.
