DDR-Bau in Hohenschönhausen vor dem Abriss

Berlin. In Berlin-Neu-Hohenschönhausen soll ein weiteres Zeugnis der DDR-Moderne verschwinden. Das Gebäude an der Wustrower Straße 18 steht seit Jahren weitgehend leer und weist erhebliche bauliche Mängel auf. Nun soll der zweigeschossige bis dreigeschossige Bau abgerissen und durch eine deutlich intensivere Wohnbebauung ersetzt werden. Der DDR-Bau entstand als Dienstleistungsgebäude und war Teil der ursprünglichen Konzeption für das Zentrum der Großwohnsiedlung Neu-Hohenschönhausen. Heute wirkt der niedrige Bau zwischen den umliegenden Plattenbauten wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Eine vollständige Sanierung wird vom Land inzwischen nicht mehr weiterverfolgt.

Probleme gibt es an mehreren Stellen: Elektrik, Brandschutz, Aufzug, Heizung und Fassade weisen nach Angaben des Senats erhebliche Defizite auf. Hinzu kommen energetische Mängel. Gleichzeitig steht ein großer Teil des Gebäudes bereits seit Jahren leer. Im Erdgeschoss gibt es allerdings weiterhin Zwischennutzungen, unter anderem durch die Berliner Tiertafel.

Der Abriss ist Bestandteil einer wesentlich größeren Neuordnung rund um den Prerower Platz. Dort soll das „Urbane Zentrum Neu-Hohenschönhausen“ entstehen. Geplant sind bis zu rund 500 neue Wohnungen, Geschäfte, Gastronomie, Dienstleistungen sowie Kultur- und Bildungsangebote. Mehrere Hochpunkte sollen das neue Stadtteilzentrum prägen; einzelne Gebäude könnten bis zu 80 Meter hoch werden.

Noch steht das Gebäude, einen konkreten Abriss- oder Baubeginn gibt es bislang nicht. Das Bebauungsplanverfahren wurde jedoch im März 2026 eingeleitet. Damit zeichnet sich erneut ein bekanntes Muster ab: Die DDR-Architektur verschwindet nicht nur wegen ihres Zustands, sondern zunehmend auch, weil ihre Grundstücke für eine deutlich höhere Ausnutzung interessant werden.

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