Brand auf ehemaligem Kutel-Gelände

Essen. Auf dem einstigen Kutel-Gelände in Essen-Altenessen ist am Sonntagabend ein Feuer ausgebrochen, das ein rund 900 Quadratmeter großes Dach einer alten Industriehalle vollständig erfasst hat. Die Feuerwehr rückte mit etwa 60 Einsatzkräften und mehreren Drehleitern an. Da das Gebäude marode und statisch nicht mehr sicher ist, kann der Brand ausschließlich von außen bekämpft werden.

Bereits der Zugang stellte die Einsatzkräfte vor erhebliche Probleme. Das Areal ist stark zugewachsen, sodass zunächst Wege freigeschnitten werden mussten. Auch die Wasserversorgung war schwierig, weil das Gelände nicht erschlossen ist und Löschwasser über weiter entfernte Hydranten herangeführt werden musste. Die Feuerwehr rechnete am Abend mit einem mehrstündigen Einsatz.

Das Industriegelände am Palmbuschweg ist seit Jahren ein Problemfall und immer wieder Schauplatz von Bränden. In der Vergangenheit hatten dort Obdachlose Unterschlupf gefunden, obwohl der Zugang offiziell durch ein Eisentor versperrt ist. Dieses musste die Feuerwehr erneut aufbrechen, um das brennende Gebäude erreichen zu können. Bereits vor zwei Jahren gab es eine Serie von Feuern, die den Einsatzkräften mehrfach nächtliche Einsätze beschert hatte.

Die Immobilie gehört seit über einem Jahrzehnt der Durmaz International GmbH. Trotz Absperrungen und Hinweisschildern lässt sich das Betreten durch Unbefugte kaum verhindern. Der Verfall des früheren Milchhofs – seit 2001 ungenutzt – ist weithin sichtbar: überwucherte Flächen, leere Hallen, Graffiti und Müll prägen das Bild des drei Hektar großen Areals.

Eigentlich sollte das Gelände längst entwickelt werden. Pläne für Einzelhandel, ein Hotel und bis zu 200 Wohnungen scheiterten 2022 an der erwarteten zusätzlichen Verkehrsbelastung. Seitdem stagniert die Zukunft des Areals – und der Zustand des Lost Place verschlechtert sich weiter. Für viele Anwohner ist das Gelände inzwischen ein Ärgernis, das mit dem jüngsten Großbrand erneut in den Fokus rückt.

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