Regensburg. Das frühere AVIA-Hotel an der Frankenstraße in Regensburg soll abgerissen werden. Auf dem Grundstück ist ein neues Wohnquartier mit mehr als 100 Wohnungen geplant. Der Regensburger Planungsausschuss hat Mitte Oktober 2026 den Weg für das Vorhaben mithilfe des sogenannten Bauturbos freigemacht. Damit soll eine seit der Hotelschließung brachliegende Gewerbefläche schneller für den dringend benötigten Wohnungsbau genutzt werden. Eine Baugenehmigung ist damit allerdings noch nicht automatisch erteilt.
Das AVIA-Hotel wurde im Oktober 2024 geschlossen. Obwohl das Gebäude von außen noch einen vergleichsweise gepflegten Eindruck macht, erwies sich eine Umnutzung zu Wohnungen als schwierig. Insbesondere die vorhandenen Raumhöhen hätten die Anforderungen an zeitgemäßen Wohnraum nicht erfüllt. Eine umfassende Sanierung wurde deshalb nicht weiterverfolgt. Stattdessen soll ein Neubau die Fläche künftig effizienter nutzen.
Auf dem rund 6.500 Quadratmeter großen Grundstück sind nach den bisherigen Planungen etwa 110 Wohnungen vorgesehen. Ein Teil davon soll für betreutes Seniorenwohnen genutzt werden. Insgesamt könnte das neue Quartier Wohnraum für knapp 200 Menschen bieten. Das Investitionsvolumen wurde in früheren Berichten mit rund 45 Millionen Euro angegeben.
Besondere Bedeutung hat das Projekt für die Stadtentwicklung, weil auf dem Grundstück bisherige Bebauungspläne eine gewerbliche Nutzung vorsehen. Durch den sogenannten Bauturbo kann die Umwandlung in Wohnraum unter bestimmten Voraussetzungen beschleunigt ermöglicht werden. Das Verfahren soll verhindern, dass geeignete innerstädtische Flächen über Jahre ungenutzt bleiben. In Regensburg gilt das AVIA-Projekt als erstes größeres Vorhaben, bei dem dieses Instrument zum Einsatz kommt.
Nach derzeitigem Planungsstand könnte der Abriss des Hotels den Weg für den anschließenden Neubau freimachen. Ein Baubeginn im Sommer 2027 und der Einzug erster Bewohner im Sommer 2029 wurden als mögliche Zeitpunkte genannt. Voraussetzung ist, dass die weiteren Genehmigungs- und Planungsschritte entsprechend vorankommen. Mit dem geplanten Abriss endet die Geschichte des rund 70 Jahre alten Hotelstandorts. Zugleich zeigt das Vorhaben, wie brachliegende Gewerbeflächen in bestehenden Stadtgebieten künftig zur Entlastung des angespannten Wohnungsmarktes beitragen könnten.
