Leipzig. Jahrzehntelang war sie ein verstecktes Ziel für Fotografen und Abenteurer – nun soll die Ruine von Schloss Thierbach im Süden von Leipzig eine Zukunft bekommen. Ein Architekt und mehrere Investoren planen, das stark verfallene Gebäude zu sanieren und in eine exklusive Wohnanlage umzubauen.
Der Architekt Marco Stelzel entdeckte das überwucherte Anwesen zufällig und entschied spontan, das historische Gebäude zu retten. Gemeinsam mit Investoren gründete er die Projektgesellschaft „Brockhaus Schlossresidenz GmbH & Co. KG“. Rund fünf Millionen Euro sollen in die Rettung des Schlosses und des umliegenden Parks fließen.
Das ursprünglich 1889 im Auftrag des Rittmeisters Julius Emmrich Curt von Auenmüller errichtete neugotische Schloss ist heute stark beschädigt. Von dem einst prachtvollen Bau stehen lediglich die Außenmauern – im Inneren sind sämtliche Decken eingestürzt.
Die Planer wollen deshalb ein „Haus im Haus“ errichten: Hinter den historischen Mauern sollen moderne Wohnungen mit Aufzug und zeitgemäßem Komfort entstehen. Insgesamt sind rund 20 Wohnungen im Schloss vorgesehen.
Der Niedergang der Anlage begann bereits in den 1940er-Jahren. Nach mehreren Nutzungswechseln – unter anderem als Unterkunft für Umsiedler und später als Kindergarten – wurde das Gebäude nach einem Brand um 1980 aufgegeben. Seitdem verfiel es zunehmend und wurde von Vegetation überwuchert.
Neben dem Schloss sollen auch zwei leerstehende Wohnblocks aus DDR-Zeiten saniert werden. Insgesamt könnten so etwa 2.500 Quadratmeter Wohnfläche entstehen. Noch in diesem Frühjahr wollen die Investoren die Baugenehmigung beantragen.
