Bad Hersfeld. Im Stiftsbezirk von Bad Hersfeld beginnt das Ende des ehemaligen Zollhauses. Das marode Gebäude wird derzeit entkernt und anschließend vollständig abgerissen. An seiner Stelle soll ein neues Funktionsgebäude für die Bad Hersfelder Festspiele entstehen. Die ersten Arbeiten haben Ende August begonnen. Die Dimensionen des Projekts haben sich seit den ersten Planungen drastisch verändert. 2018 wurden die Gesamtkosten noch mit rund 4,85 Millionen Euro angegeben. Inzwischen liegt die Kostenobergrenze bei bis zu neun Millionen Euro. Darin sollen sämtliche bisherigen und noch anfallenden Kosten sowie ein Sicherheitspuffer enthalten sein. Für den eigentlichen Neubau sind rund fünf Millionen Euro vorgesehen. Die Stadt rechnet zudem mit einer Förderung von etwa 2,5 Millionen Euro.
Der Weg zum Neubau war lang und von Verzögerungen geprägt. Bereits 2016 gab es erste politische Vorstöße für ein neues Festspiel-Funktionsgebäude. Ein Architekturwettbewerb brachte später einen Entwurf hervor, dessen Kosten die damaligen Vorgaben deutlich sprengten. Zudem bestanden Bedenken des Denkmalschutzes gegen den Abriss. Erst nach einem neuen Verfahren konnten diese Bedenken ausgeräumt werden. Die erforderliche Bau- und denkmalschutzrechtliche Genehmigung liegt seit Ende Mai 2026 vor. Ein erster Architekturwettbewerb kostete die Stadt nach aktuellen Angaben rund 150.000 Euro.
Das Alte Zollhaus blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Der älteste Gebäudeteil stammt vermutlich aus der Zeit um 1880. Später kamen weitere Bauteile hinzu, darunter ein Betonbau aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Ursprünglich war dort tatsächlich die Zollverwaltung untergebracht. Für die Festspiele hatte das Gebäude zuletzt eine wichtige Funktion. Unter anderem waren dort Requisite, Technik, Verwaltung und eine Probebühne untergebracht. Diese Nutzungen sollen künftig in dem Neubau gebündelt werden.
Das geplante Gebäude wird drei Obergeschosse und ein Kellergeschoss erhalten. Vorgesehen sind unter anderem eine rund 175 Quadratmeter große Probebühne, Räume für die Festspielverwaltung und die Intendanz. Die Probebühne soll sich über zwei Etagen erstrecken und außerhalb der Festspielzeit auch für Veranstaltungen genutzt werden können. Der historische Schalenturm der Stadtmauer bleibt dagegen erhalten und soll auch nach Fertigstellung des Neubaus sichtbar bleiben.
