Dortmund. An der Ostseite des S-Bahnhofs Dortmund-Wickede steht ein kleines Gebäude, das zunehmend dem Verfall preisgegeben ist. Das ehemalige Bahnwärterhäuschen verliert sichtbar an Substanz – inzwischen fehlt auch das Dach. Damit ist das denkmalgeschützte Gebäude Wind und Wetter noch stärker ausgesetzt. Besonders brisant: Die Deutsche Bahn ließ das Dach nach Angaben der Stadt entfernen, ohne zuvor die erforderliche Abstimmung mit der Denkmalbehörde. Die Bahn habe die Maßnahme mit Schäden am Dach und einem kurzfristigen Handlungsbedarf begründet.
Die Stadt Dortmund sieht das Vorgehen kritisch. Nach Einschätzung der Unteren Denkmalbehörde wurden damit Fakten geschaffen, ohne dass der Zustand des Daches vorher gemeinsam geprüft werden konnte. Die Stadt wertet dies als Verstoß gegen das Denkmalschutzgesetz NRW.
Ein Abriss kommt für die Stadt derzeit nicht infrage. Stattdessen soll das historische Gebäude wiederhergestellt werden. Eine entsprechende Anordnung zur Wiederherstellung wurde nach Angaben der Stadt vorbereitet beziehungsweise angekündigt. Wann diese offiziell umgesetzt wird, ist allerdings noch offen. Das Bahnwärterhäuschen steht bereits seit 1990 unter Denkmalschutz. Einst hatte der dort eingesetzte Bahnwärter eine wichtige Aufgabe: Er überwachte den Streckenabschnitt, kontrollierte die Gleise und bediente die Schranken. Heute erinnert das zunehmend verfallende Gebäude kaum noch an diese Zeit.
Während Stadt und Bahn um den weiteren Umgang mit dem Gebäude ringen, setzt sich der Verfall fort. Für viele Reisende bleibt das Häuschen ein kaum beachtetes Relikt am Gleis – doch gerade solche kleinen Bauwerke erzählen von der Geschichte des Eisenbahnverkehrs und der Entwicklung Dortmunds.
