Alte Ruine droht einzustürzen

Hastenrath. Was 2009 als Brand begann, ist inzwischen zu einem erheblichen Sicherheitsproblem geworden. Ein seit Jahren leer stehendes Wohnhaus an der Hoferstraße in Hastenrath, einem Ortsteil von Gangelt, musste in der Nacht zum 2. September 2026 aufwendig gesichert werden. Teile des maroden Gebäudes waren bereits auf die Straße gefallen. Fachleute konnten eine akute Einsturzgefahr nicht ausschließen. Das Gebäude steht seit einem Brandereignis im Dezember 2009 leer. Seitdem hat sich die ehemalige Immobilie zu einer verlassenen Brandruine entwickelt. Die nun aufgetretenen Schäden zeigen, welche Gefahren von jahrzehntelang ungenutzten und nicht ausreichend gesicherten Gebäuden ausgehen können.

Am Abend bemerkten Einsatzkräfte, dass einzelne Gebäudeteile auf die angrenzende Straße gestürzt waren. Daraufhin untersuchten Experten des Bauamtes gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk (THW) die Situation. Die Einschätzung war eindeutig ernst: Eine akute Einsturzgefahr konnte nicht ausgeschlossen werden. Die Hoferstraße wurde deshalb gesperrt und weitere Spezialkräfte des THW hinzugezogen. Für die Einsatzkräfte selbst bestand ebenfalls ein erhebliches Risiko. Bei einem instabilen Gebäude können sich Wände oder Gebäudeteile ohne Vorwarnung bewegen oder einstürzen. Um die Helfer während der Arbeiten zu schützen, kam ein spezielles Einsatz-Sicherungssystem des THW aus Hückelhoven zum Einsatz. Ein Lasertachymeter überwachte dabei kontinuierlich die Bewegungen der Gebäudewände.

Das System ist in der Lage, selbst Bewegungen im Millimeterbereich zu registrieren und bei kritischen Veränderungen Alarm auszulösen. Damit konnten die Einsatzkräfte die Arbeiten unter einer zusätzlichen technischen Sicherheitsüberwachung durchführen. Zusätzlich wurde ein spezielles Abstützsystem aus Holz eingesetzt. Das beim THW Hürtgenwald stationierte System dient dazu, einsturzgefährdete Gebäudeteile mechanisch zu sichern. Ziel war insbesondere zu verhindern, dass weitere Trümmer unkontrolliert auf die Straße fallen. Ein Bagger des THW aus Viersen stand ebenfalls an der Einsatzstelle bereit. Wegen der nächtlichen Arbeiten musste das Gebäude zudem umfangreich ausgeleuchtet werden. Diese Aufgabe übernahm das THW aus Übach-Palenberg.

Auch die Freiwillige Feuerwehr Gangelt war an der Sicherung beteiligt. Die Besatzung der Drehleiter unterstützte das THW bei der Erkundung und beim Aufbau des Sicherungssystems rund fünf Stunden lang. Das nahe gelegene Feuerwehrgerätehaus Hastenrath wurde während des Einsatzes als Verpflegungspunkt für die zahlreichen Helfer genutzt. Erst gegen 6.30 Uhr konnten die Sicherungsarbeiten zunächst beendet werden.

Mit Abschluss der ersten Sicherungsmaßnahmen war die Gefahr jedoch offenbar noch nicht endgültig beseitigt. Die Hoferstraße bleibt deshalb bis auf Weiteres gesperrt. Wie es mit der alten Brandruine weitergeht, bleibt abzuwarten. Der nächtliche Einsatz macht allerdings deutlich, dass aus einem verlassenen Gebäude nach Jahren des Leerstands eine konkrete Gefahr für die Öffentlichkeit entstehen kann.

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