Ellerau. Ein markantes Kapitel Ellerauer Ortsgeschichte ist beendet: Das fast 150 Jahre alte Schulhaus an der Dorfstraße wurde in der letzten Woche abgerissen. Der Abrissbagger machte dem historischen Gebäude Platz, das seit 1879 Generationen von Kindern beherbergt hatte.
Das massive Backsteingebäude war einst Symbol für den Aufbruch der Gemeinde. Mit seiner Fertigstellung wurde die bis dahin einklassige Ellerauer Schule zweiklassig, und erstmals unterrichteten zwei Lehrer die damals mehr als 100 Schülerinnen und Schüler. Über ein Jahrhundert lang blieb das Haus Zentrum des Lernens, ehe 1975 der heutige Grundschulbau eröffnet wurde.
Noch bis 2022 wurde das Gebäude vielseitig genutzt – unter anderem von der VHS Pusteblume, zeitweise auch als Unterkunft für Geflüchtete. Doch zuletzt war das alte Schulhaus stark einsturzgefährdet: Der Dachstuhl war morsch, das Mauerwerk durchfeuchtet und von Frostschäden gezeichnet.
Nun soll das Areal eine neue Funktion erhalten. Zunächst wird das Abbruchmaterial auf Schadstoffe untersucht. Bleibt der Befund unbedenklich, wird es vor Ort zerkleinert und als Grundlage für einen neuen Parkplatz verwendet.
Mit dem Abriss endet ein Stück gelebte Geschichte – doch das Gelände soll bald einer neuen Nutzung dienen.
