Bielefeld. Die Tage der ehemaligen Fachhochschule an der Wilhelm-Bertelsmann-Straße in Bielefeld scheinen gezählt. Das Land Nordrhein-Westfalen als Eigentümer bereitet den Abriss des Gebäudekomplexes vor. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) hat das Gelände bereits kurzfristig mit einem Zaun gesichert, um weiteren Vandalismus zu verhindern. Die Gebäude entstanden zwischen 1962 und 1965 zunächst für die Staatliche Ingenieurschule für Maschinenwesen. Nach der Gründung der Fachhochschule Bielefeld im Jahr 1971 wurde der Komplex vom Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik genutzt. 2015 endete die Hochschulnutzung, nachdem der Fachbereich auf den neuen Campus umgezogen war.
Danach gab es verschiedene Zwischennutzungen. Unter anderem wurden Teile der Anlage als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Auch das Kulturhaus „Ostblock“ fand dort Räume. Die Hoffnung, auf dem Gelände einen Kulturcampus zu entwickeln, erfüllte sich jedoch nicht.
Der jahrelange Leerstand hat Spuren hinterlassen. Das Gelände wurde zunehmend zum Lost Place und immer wieder Ziel von Vandalismus. Mit der aktuellen Einzäunung reagiert der BLB auf die Situation und bereitet gleichzeitig den nächsten Schritt vor: den Abriss der alten Hochschulgebäude. Damit verschwindet ein markanter Teil der Bielefelder Hochschulgeschichte. Für das Areal waren zwischenzeitlich auch andere Nutzungen, darunter Wohnungsbau, im Gespräch. Nun steht offenbar der komplette Neuanfang bevor.
