Bad Oldesloe. In Bad Oldesloe im Kreis Stormarn schreitet der Rückbau der ehemaligen Volkshochschule voran. Doch unter dem alten Gebäude an der Königstraße könnte eine gefährliche Überraschung lauern: Wegen möglicher Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg besteht auf dem Grundstück Kampfmittelverdacht. Bürgermeister Jörg Lembke hält einen Fund für wahrscheinlich. Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnte sich der Zeitplan für das geplante Wohnquartier erheblich verschieben.
Seit Ende September 2026 wird das Gebäude entkernt. Dabei werden unter anderem Fenster, Türen, Bodenbeläge, Leitungen und weitere Bauteile ausgebaut und getrennt entsorgt oder recycelt. Am 12. Oktober begannen bereits die Abrissarbeiten an einem nördlichen Anbau mit Dachterrasse. Der Abbruch des Hauptgebäudes wurde nach dem damaligen Planungsstand für Ende Oktober erwartet.
Die Sorge vor möglichen Kampfmittelfunden hat einen historischen Hintergrund. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Gebäude in der Königstraße durch Bombenangriffe zerstört oder beschädigt. Auch die frühere Volkshochschule war betroffen. Deshalb müssen Bodenuntersuchungen und Erdarbeiten unter Berücksichtigung des Kampfmittelverdachts erfolgen. Bereits bei vorbereitenden Bohrungen im Juni war eine kampfmitteltechnische Begleitung erforderlich.
Nach dem Abriss soll auf dem innerstädtischen Grundstück ein neues Wohnquartier entstehen. Vorgesehen sind rund 40 Wohnungen. Vor einer Neubebauung müssen jedoch weitere Arbeiten zur Untersuchung und gegebenenfalls Sanierung des Bodens erfolgen. Die Stadt plant, das Areal für die spätere Entwicklung vorzubereiten. Die Bauarbeiten auf dem Gelände sollen sich voraussichtlich bis 2028 erstrecken.
Der Abriss der ehemaligen VHS ist politisch umstritten. Befürworter verweisen auf die marode Bausubstanz und die hohen Kosten einer Sanierung. Kritiker hatten sich für den Erhalt des historischen Gebäudes beziehungsweise seiner markanten Fassade eingesetzt. Mit dem Rückbau verschwindet nun ein weiteres Stück Stadtgeschichte. Ob mögliche Blindgänger die Arbeiten zusätzlich verzögern, hängt davon ab, ob bei den weiteren Untersuchungen tatsächlich Kampfmittel entdeckt werden.
