Erfurt. Auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks westlich des Erfurter Hauptbahnhofs schreiten die Abrissarbeiten zügig voran. Mehrere baufällige Baracken im sogenannten Bahnhallen-Quartier werden derzeit zurückgebaut. Nach Angaben der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) verlaufen die Arbeiten bislang planmäßig. Unerwartete Altlasten wie Bodenverunreinigungen seien ausgeblieben, lediglich unbekannte alte Maschinenfundamente hätten den Ablauf stellenweise verzögert. Auch artenschutzrechtliche Probleme traten nicht auf – in den leerstehenden Gebäuden wurden weder Fledermäuse noch Vögel gefunden.
Die vollständige Räumung und Sicherung des Areals soll voraussichtlich bis Anfang Mai abgeschlossen sein. Die Kosten liegen im hohen sechsstelligen Bereich. Parallel bereitet die LEG bereits die nächste Phase vor: Bis März soll ein denkmalpflegerisches Konzept beauftragt werden, um ab Ende des Jahres die Sicherung und Sanierung der erhaltenswerten Bahnhallen und Gebäude zu planen. Erwartet wird, dass die Stadt Erfurt die verbliebenen Hallen vollständig unter Denkmalschutz stellt. Erste größere Sanierungsarbeiten, etwa an den Dächern, könnten ab 2027 beginnen.
Unabhängig davon treibt die Stadt Erfurt die langfristige Entwicklung des Areals voran. Geplant ist, das Gebiet per Satzung als städtebauliches Sanierungsgebiet auszuweisen. Damit würden die Voraussetzungen für einen Bebauungsplan, mögliche Gestaltungswettbewerbe und die Suche nach Investoren geschaffen. Ziel ist ein neues Quartier mit gemischter Nutzung – von Wohnen und Büros über Gastronomie bis hin zu Kultur- und Veranstaltungsflächen.
Bis zur endgültigen Entwicklung bleibt das Gelände ein Ort für Zwischennutzungen. Die Freiluftgastronomie „Kommarum“ soll im Frühjahr wieder öffnen, zudem sind weitere kulturelle und denkmalbezogene Angebote geplant. Nach aktuellen Einschätzungen könnten die Gesamtplanungen um das Jahr 2030 abgeschlossen sein.
