Eisenach. Nach jahrzehntelangem Leerstand und zahlreichen erfolglosen Rettungsversuchen hat in Eisenach der Abriss des historischen Hotels „Fürstenhof“ begonnen. Am Mittwoch startete ein Abbruchunternehmen aus dem südlichen Wartburgkreis mit den ersten Arbeiten an dem einst renommierten Kurhotel im Südviertel.
Zum Auftakt wurde zunächst eine alte Trafostation entfernt, die zu DDR-Zeiten errichtet worden war. Das kleine Stromgebäude aus Betonfertigteilen stand auf der Südseite des ehemaligen Saalbereichs. Mit einem Bagger wurde das Bauwerk innerhalb kurzer Zeit abgetragen und in einem Container zum Abtransport vorbereitet.
In den kommenden Tagen soll ein besonders gefährdeter Gebäudeteil des Hotelkomplexes folgen. Dabei handelt es sich um den Bereich mit dem Treppenturm am Aufgang zum Saal. Dieser grenzt an die teilweise bereits eingestürzte Bornemannsche Villa. Nach Einschätzung der Abrissfirma besteht die Gefahr, dass der Turm auf eine bewohnte Nachbarvilla in der Luisenstraße kippen könnte. Die Arbeiten an diesem Abschnitt sollen etwa zwei Wochen dauern.
Um die schweren Maschinen an die Rückseite des Gebäudes zu bringen, wird derzeit eine provisorische Baustraße angelegt. Diese entsteht im Bereich der bereits entfernten Trafostation, da der bisherige Weg entlang des Saalbaus nur für Pkw geeignet war.
Mit dem Abriss endet die Geschichte eines Gebäudekomplexes, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1854 zurückreichen. Damals errichtete Fleischermeister Samuel Liebetrau an dieser Stelle ein Sommerhaus. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Anwesen mehrfach erweitert und umgebaut, unter anderem nach dem Kauf durch Johann Georg Bornemann. Weitere Bauphasen folgten im 19. und frühen 20. Jahrhundert, ehe später noch Sanierungen vorgenommen wurden.
Trotz seiner bewegten Geschichte und zahlreicher Bemühungen um den Erhalt konnte das traditionsreiche Gebäude letztlich nicht gerettet werden.
