Gamstädt. Ein denkmalgeschütztes Wohnhaus in der Breite Straße in Gamstädt bei Erfurt erhält Unterstützung von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Für die Restaurierung historischer Fenster, den teilweisen Neubau fehlender Fenster nach überliefertem Vorbild sowie den Einbau von Vorsatzfenstern stellt die Stiftung 10.000 Euro bereit. Das Geld stammt aus privaten Spenden und den Erträgen der Lotterie GlücksSpirale.
Hauptgebäude einer verschwundenen Hofanlage
Das Gebäude steht am Dorfplatz und ist heute ein Relikt einer einst deutlich größeren Hofanlage. Der giebelständig zum Platz ausgerichtete Fachwerkbau entstand nach Angaben der DSD im frühen 19. Jahrhundert. Um die Wende zum 20. Jahrhundert wurde das Wohnhaus nochmals umgebaut. Aus dieser späteren Bauphase stammen unter anderem die markante Blechverkleidung des Giebels und die Stuckdecken im Obergeschoss. An der rückwärtigen Giebelseite befindet sich zudem ein Laubengang – ein Detail, das dem Gebäude seinen besonderen historischen Charakter verleiht.
Fenster als Schlüssel zur historischen Substanz
Im Mittelpunkt der nun geförderten Arbeiten stehen die Fenster. Bestehende historische Bauteile sollen restauriert werden, während nicht mehr vorhandene Fenster nach historischem Vorbild rekonstruiert werden. Ergänzend sind Vorsatzfenster vorgesehen. Damit geht es nicht lediglich um eine optische Aufwertung. Fenster gehören zu den prägenden Bestandteilen historischer Fachwerkhäuser und entscheiden wesentlich darüber, ob deren ursprüngliches Erscheinungsbild erhalten bleibt.
Ein kleines Haus mit großer Geschichte
Mit der Förderung gehört das Wohnhaus in Gamstädt nun zu den mehr als 600 Denkmalen in Thüringen, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz nach eigenen Angaben bislang unterstützt hat. Für das ehemalige Bauernhaus bedeutet die Förderung vor allem eine konkrete Perspektive: Ein Stück der historischen Dorfstruktur soll nicht weiter verschwinden.
Gerade solche Gebäude geraten im Schatten großer Schlösser, Kirchen oder Industriedenkmale leicht aus dem Blick. Dabei erzählen sie unmittelbar vom früheren Alltag und von den Strukturen ländlicher Orte. Das Wohnhaus in der Breite Straße ist ein solches Stück Baugeschichte – und bekommt nun Unterstützung, damit sie erhalten bleibt.
