Dudweiler. Die St. Marienkirche im Saarbrücker Stadtteil Dudweiler soll baulich gesichert werden. Für die Sanierung des Kirchturms stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) 50.000 Euro bereit. Die Förderung kommt aus privaten Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale. Am Turm der neugotischen Kirche haben sich im Laufe der Zeit deutliche Schäden entwickelt. Dazu gehören unter anderem beschädigte Mörtelfugen an den Sandsteinflächen, Risse sowie starke Verschmutzungen und Verkrustungen. Auch einzelne Bauteile wie Filialen und Kreuzblumen müssen instand gesetzt werden. Mit den geplanten Natursteinarbeiten soll die historische Bausubstanz gesichert und weiterer Verfall verhindert werden.
Kirche entstand im Zeitalter des Bergbaus
Die St. Marienkirche wurde zwischen 1864 und 1866 nach Plänen des Saarlouiser Architekten Carl Friedrich Müller errichtet. Der dreischiffige Bau mit Westturm und Vieleckchor entstand im neugotischen Stil. Ihre Entstehung steht eng mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Region und dem stark wachsenden Steinkohlebergbau im 19. Jahrhundert in Verbindung. Die zunehmende Bevölkerung machte den Bau größerer Kirchen erforderlich.
Schwer im Krieg beschädigt
Auch an der St. Marienkirche hinterließ der Zweite Weltkrieg deutliche Spuren. Das Gebäude wurde schwer beschädigt und erst in den 1970er- und 1980er-Jahren umfassend restauriert. Nun stehen erneut umfangreiche Arbeiten an, diesmal insbesondere am Kirchturm. Neben ihrer Architektur besitzt die Kirche auch kunsthistorisch bedeutende Ausstattung. Dazu zählt ein Relief mit lebensgroßen Figuren des Abendmahls, das 1931 von Ernst Hoffmann und der Kunstwerkstatt Johannes Mettler geschaffen wurde. Hinzu kommen farbige Glasfenster aus dem Jahr 1957. Sie stammen vom französischen Glasmaler Jacques Le Chevallier und ergänzen die historische Ausstattung des Kirchenbaus.
Denkmal für die Geschichte des Saarlands
Mit der Förderung soll ein prägendes Bauwerk Dudweilers für die Zukunft erhalten werden. Die St. Marienkirche steht dabei nicht nur für sakrale Architektur, sondern auch für die Geschichte einer Region, deren Entwicklung im 19. Jahrhundert eng mit dem Steinkohlebergbau verbunden war.
