Säulen im italienischen Garten mutwillig beschädigt

Foto: Walter/BSG
Foto: Walter/BSG

Trebbin. Im historischen Park von Schloss Blankensee bei Trebbin sind zwei wertvolle Säulen des sogenannten Italienischen Gartens schwer beschädigt worden. Die Brandenburgische Schlösser GmbH (BSG), Eigentümerin von Schloss und Park, hat Strafanzeige erstattet. Für Hinweise, die zur Ermittlung der Verantwortlichen führen, wurde eine Belohnung von 1.000 Euro ausgesetzt. Entdeckt wurden die Schäden am Sonntagabend, 26. Juli 2026. Nach bisherigen Erkenntnissen ereignete sich die Tat vermutlich zwischen Freitag, 24. Juli, und Sonntag, 26. Juli. Die beiden historischen Säulen sind Teil der denkmalgeschützten Gartenarchitektur und damit nicht nur dekorative Elemente, sondern Bestandteile eines kunsthistorisch bedeutenden Ensembles.

Schwerer Eingriff in historisches Gartendenkmal

Der Vandalismus trifft einen Bereich des Parks, der über Jahrzehnte mit erheblichem Aufwand wiederhergestellt wurde. Die Gartenarchitektur, historische Plastiken und bewusst angelegte Sichtachsen bilden in Blankensee ein zusammenhängendes Gesamtkunstwerk. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD), die gemeinsam mit dem Land Brandenburg die Brandenburgische Schlösser GmbH trägt, verurteilt die Beschädigung deutlich. Nach Angaben der Stiftung konnte der Italienische Garten nur durch Spenden und bürgerschaftliches Engagement instandgesetzt werden. Auch die Restaurierung mehrerer Skulpturen wurde von der DSD unterstützt.

Park wurde von Hermann Sudermann zum „Italienischen Garten“ umgestaltet

Schloss Blankensee besitzt eine außergewöhnliche Verbindung von Architektur und Landschaftsgestaltung. Das Schloss wurde im 18. Jahrhundert errichtet. Der mehr als vier Hektar große Landschaftspark entstand in den 1830er Jahren nach einem Entwurf des bedeutenden preußischen Gartenkünstlers Peter Joseph Lenné. Eine entscheidende Veränderung erfolgte nach dem Erwerb des Anwesens durch den Schriftsteller Hermann Sudermann im Jahr 1902. Er ließ den Lenné-Park umfangreich umgestalten, ergänzte ihn um Gartenarchitekturen und stellte zahlreiche, insbesondere aus Italien stammende Plastiken auf. So entstand der heute bekannte Italienische Garten. Sudermann nutzte Schloss Blankensee bis zu seinem Tod 1928 als Sommersitz.

Kein Einzelfall: Park mehrfach Ziel von Vandalismus

Die neuerliche Beschädigung ist nicht der erste Fall von Vandalismus in Blankensee. Bereits 2018 wurden mehrere Skulpturen und die Parkmauer mit Farbe beschmiert. Die Entfernung der Farbe war wegen der empfindlichen historischen Oberflächen besonders aufwendig. Auch in den Jahren danach kam es wiederholt zu Sachbeschädigungen. 2022 wurden das Kulissenhaus und eine große Rundbank durch Vandalismus und Graffiti beschädigt. 2024 wurde erneut die Parkmauer beschmiert. Nach Angaben der Brandenburgischen Schlösser GmbH kostete die Beseitigung der jeweiligen Schäden jeweils rund 2.000 Euro.

Damit summieren sich nicht nur die finanziellen Folgen. Jede Beschädigung bedeutet zugleich einen Eingriff in originale oder restaurierte historische Substanz und verursacht zusätzlichen Aufwand für Eigentümer, Restauratoren und Denkmalpfleger.

Jahrelanger Einsatz für den Erhalt des Parks

Der heutige Zustand des Schlossparks ist Ergebnis umfangreicher Restaurierungs- und Pflegearbeiten. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz förderte unter anderem die Instandsetzung des Italienischen Gartens und die Restaurierung von sechs Skulpturen. Der Park gilt als besonders anschauliches Beispiel historistischer Gartenkunst. Das Schloss selbst gilt als bedeutendes Beispiel märkischer Barockarchitektur und steht zugleich für die Herrenhauskultur des 18. und 19. Jahrhunderts in der Mark Brandenburg. Gerade das Zusammenspiel von Gebäude, Parkarchitektur, Skulpturen und Landschaft macht den besonderen Denkmalwert der Anlage aus.

Ermittlungen laufen

Die Brandenburgische Schlösser GmbH hat die Polizei eingeschaltet. Wer im fraglichen Zeitraum verdächtige Beobachtungen gemacht hat oder Hinweise auf die Verantwortlichen geben kann, soll sich an die zuständigen Ermittlungsbehörden wenden. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, wurde die 1.000-Euro-Belohnung ausgelobt. Der Fall zeigt erneut, wie verletzlich historische Parkanlagen sind. Während bei Gebäuden häufig Schutzmaßnahmen und Zugangskontrollen greifen, sind frei zugängliche Gartendenkmale besonders schwer dauerhaft gegen mutwillige Beschädigungen zu sichern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert