Bremerhaven. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt den Erhalt technikgeschichtlicher Denkmale: Mit einem symbolischen Fördervertrag in Höhe von 50.000 Euro hilft sie dem Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven bei der Sanierung eines bedeutenden Industriekrans. Das Geld fließt in den Korrosionsschutz des Halbportalkrans, der auf dem Außengelände des Museums am Alten Hafen steht.
Der Kran blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Ursprünglich wurde er 1925 von den Bremerhavener Eisenwerken gebaut und diente als Drehkran an den Fabrikhallen nahe des heutigen Gebäudes „Strandhalle“ am Neuen Hafen. Im Jahr 1951 wurde er durch das Hamburger Unternehmen Kampnagel modernisiert: Er erhielt eine Wippfunktion, neue Fenster für bessere Sicht und wurde daraufhin rund drei Kilometer weiter nördlich an den Kaiserhäfen eingesetzt. Erst 1978 wurde er stillgelegt. Seitdem steht er am heutigen Standort und ist seit 2005 offiziell als technisches Denkmal anerkannt.
Halbportalkräne wie dieser waren einst ein vertrautes Bild in vielen Häfen. Sie bewegen sich auf zwei parallelen Schienen: eine am Kai, die andere erhöht an einem angrenzenden Gebäude – etwa einem Lagerhaus. Die Konstruktion des Halbportalkrans ist asymmetrisch: Statt eines vollständigen Portals besitzt er eine L-förmige Bauweise. Das Führerhaus und der Kranausleger sind drehbar, was den Umschlag zwischen Schiff und Land erleichtert. Dank der Wippfunktion konnte der Kran effizienter arbeiten und auch schwer erreichbare Bereiche größerer Schiffe bedienen.
Mit einer Hubhöhe von über 20 Metern, einer Tragkraft von drei Tonnen und einem Eigengewicht von 70 Tonnen war dieser elektrisch betriebene Kran ein typisches Beispiel seiner Zeit. Halbportalkräne waren insbesondere in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weit verbreitet. Allein der Staatliche Kaibetrieb verfügte 1938 über mehr als 1.100 Wippkräne, die meisten davon Halbportalkräne.
Der am Museumshafen stehende Kran ist heute das letzte erhaltene Exemplar seiner Art in Bremerhaven – ein einzigartiges Zeugnis maritimer Industriegeschichte, das dank der Förderung der DSD vor dem weiteren Verfall bewahrt werden kann.
