NS-Ordensburg: Dachsanierung des Malakoffgebäudes

Foto: VogelsangIP
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Schleiden. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellt 50.000 Euro für dringend notwendige Dachdeckerarbeiten an der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang in Schleiden bereit. Die Förderung kommt dem Malakoffgebäude zugute, das heute als Dokumentationsort zur Luftkriegsgeschichte genutzt wird. Die Arbeiten sollen helfen, die historische Bausubstanz eines der größten erhaltenen Bauensembles aus der Zeit des Nationalsozialismus zu sichern.

Undichte Dachflächen gefährden die Bausubstanz

Das Malakoffgebäude bildet einen markanten Teil des Eingangsbereichs der ehemaligen Ordensburg in der Eifel. Das Walmdach umfasst rund 2.500 Quadratmeter und ist mit rechteckigen Bitumenschindeln gedeckt. Inzwischen wurden etwa 110 undichte Stellen festgestellt. Eine umfassende Erneuerung der Dachhaut ist deshalb dringend erforderlich. Auch Schäden an drei Bereichen der Bruchsteinfassade sollen im Zuge der Arbeiten behoben werden. Die Förderung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wird durch Spenden sowie Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale ermöglicht. Den symbolischen Fördervertrag sollen Vertreter der Stiftung am 21. Oktober 2026 vor Ort an die Eigentümer Ilona und Frank Güth übergeben.

Monumentaler Bau als Ausdruck nationalsozialistischer Ideologie

Die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang entstand ab 1934 im Auftrag der NSDAP. Mit der Planung wurde der Kölner Architekt Clemens Klotz betraut. Die Anlage sollte den politischen Führungsnachwuchs der Partei ausbilden und war Teil eines Systems, das seine Funktionäre ideologisch auf den NS-Staat vorbereitete.

In Vogelsang stand insbesondere die Vermittlung der rassistischen und menschenverachtenden Weltanschauung des Nationalsozialismus im Mittelpunkt. Viele Absolventen wurden später in den besetzten Gebieten Osteuropas eingesetzt und waren an nationalsozialistischen Verbrechen beteiligt. Die monumentale Architektur, die großen Aufmarschflächen und die repräsentativen Gebäude sollten Macht, Gefolgschaft und den vermeintlichen Führungsanspruch der NSDAP demonstrieren.

Der Ausbau der knapp 100 Hektar großen Anlage erfolgte in mehreren Etappen. Der Kern mit Gemeinschaftshaus, Adlerhof, Kameradschaftshäusern, Feierstätte und Sportplatz war 1936 weitgehend fertiggestellt. Weitere Gebäude kamen bis 1938 hinzu. Der geplante Ausbau wurde 1941 endgültig gestoppt.

Vom Militärgelände zum Erinnerungsort

Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten zunächst amerikanische und britische, später belgische Streitkräfte das Gelände. Die militärische Nutzung endete 2005. Seit 2006 ist Vogelsang für Besucher zugänglich und hat sich zu einem internationalen Erinnerungs-, Bildungs- und Ausstellungsort entwickelt. Das Dokumentationszentrum vermittelt die Geschichte der Anlage und setzt sich mit der nationalsozialistischen Ideologie sowie ihren Folgen auseinander.

Das Malakoffgebäude beherbergt heute ein Dokumentationszentrum zur Luftkriegsgeschichte. Im Mittelpunkt stehen dabei die Menschen und ihre Schicksale und nicht allein militärische Technik. Die heutige Nutzung steht damit bewusst im Gegensatz zur ursprünglichen Funktion des Ortes.

Denkmalschutz bewahrt auch unbequeme Geschichte

Die Sanierung des Daches ist mehr als eine bautechnische Maßnahme. Sie trägt dazu bei, einen Ort zu erhalten, dessen Architektur untrennbar mit der nationalsozialistischen Herrschaft und ihren Verbrechen verbunden ist. Die Bewahrung solcher Gebäude bedeutet nicht, ihre ursprüngliche Ideologie zu verherrlichen. Sie ermöglicht vielmehr, die baulichen Zeugnisse kritisch einzuordnen und für historische Bildungsarbeit zugänglich zu halten.

Die Förderung für das Malakoffgebäude ist daher ein Beitrag zum Erhalt eines unbequemen Denkmals. Damit die Geschichte Vogelsangs auch künftig vermittelt werden kann, müssen die Gebäude gesichert werden – einschließlich jener Bauteile, deren Zustand durch jahrzehntelange Nutzung und Witterung zunehmend problematisch geworden ist.

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