Fördermittel für Dominikanerinnenkloster Binsdorf

Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Probst
Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Probst

Binsdorf. Das ehemalige Dominikanerinnenkloster im Geislinger Stadtteil Binsdorf erhält weitere Unterstützung für seine denkmalgerechte Sanierung. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt 150.000 Euro für die Überarbeitung und Neuanfertigung der Fenster bereit. Das Geld stammt aus privaten Spenden. Damit wird die schrittweise Wiederherstellung des historischen Bauwerks fortgesetzt. Das ehemalige Kloster wird heute als Pfarrhaus genutzt und gehört zu den bedeutenden historischen Bauwerken der Region. Seine besondere Qualität liegt nicht allein in der erhaltenen Bausubstanz, sondern vor allem in der außergewöhnlich umfangreichen barocken Ausstattung.

Kloster mit Wurzeln im Mittelalter

Die Geschichte des Ensembles reicht bis ins Jahr 1280 zurück. Damals entstand in Binsdorf zunächst ein Beginenhaus, das bis 1560 als Klause bezeichnet wurde. 1312 stellten sich die Beginen unter den Schutz des Dominikanerordens. Noch vor dem Ende des 14. Jahrhunderts entstand ein größeres Gebäude. Seine entscheidende bauliche Prägung erhielt das Kloster jedoch im Jahr 1686. Der ältere Gebäudekern wurde umfassend verändert und zu einem barocken Klausurtrakt umgestaltet. 1806 endete die Klostergeschichte: Das Kloster wurde aufgehoben, die Gebäude anschließend der Kirchenpflege als Pfarrhaus überlassen.

Barocke Ausstattung weitgehend erhalten

Gerade diese lange Bau- und Nutzungsgeschichte macht das Gebäude für die Denkmalpflege interessant. Der langgestreckte Klausurtrakt steht mit seiner Ostfront auf der ehemaligen Stadtmauer. Im Inneren haben sich zahlreiche historische Elemente erhalten. Dazu gehören unter anderem Stuck, Deckengemälde, historische Raumoberflächen, Türen, Holzbauteile und Steinfußböden. Auch der barocke Dachstuhl ist noch vorhanden. Das Ensemble vermittelt damit bis heute einen ungewöhnlich authentischen Eindruck der früheren klösterlichen Nutzung.

Auch der Klostergarten ist ein Denkmal

Zum historischen Ensemble gehört außerdem der ehemalige Klostergarten östlich des Gebäudes. Er wurde Mitte des 18. Jahrhunderts angelegt und hat seine barocke Grundstruktur in wesentlichen Teilen bewahrt. Terrassen, historische Wegeführungen, steinerne Gestaltungselemente und ein hölzerner Pavillon sind noch nachvollziehbar. Der Garten gilt deshalb ebenfalls als Besonderheit und ergänzt den Denkmalwert des ehemaligen Klosters. Die Gesamtanlage aus Konventgebäude und Klostergarten wurde nach bau- und gartenhistorischen Untersuchungen als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung eingestuft.

Sanierung läuft seit mehreren Jahren

Die aktuelle Fensterförderung ist kein isoliertes Projekt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hatte bereits zuvor Arbeiten am Gebäude unterstützt. Unter anderem flossen Fördermittel in die Wiederherstellung von Dach und Fassaden. Bereits 2021 stellte die Stiftung 100.000 Euro für die Instandsetzung der historischen Dachkonstruktion bereit. Auch das Land Baden-Württemberg beteiligt sich an der Sanierung. Im Denkmalförderprogramm 2026 wurden für zwei Maßnahmen am ehemaligen Dominikanerinnenkloster insgesamt 225.850 Euro bewilligt. Davon entfallen 135.400 Euro auf die Gesamtinstandsetzung des Erdgeschosses der Einheit Provinzialat und 90.450 Euro auf die Instandsetzung der Putzfassaden an Nord- und Westseite.

Historisches Gebäude mit neuer Perspektive

Das Ziel der Arbeiten besteht nicht darin, das ehemalige Kloster zu einem reinen Museumsobjekt zu machen. Die heutige Nutzung als Pfarrhaus soll erhalten bleiben. Gleichzeitig soll das Gebäude auch für weitere Nutzungen zur Verfügung stehen. Damit verbindet die Sanierung den Erhalt historischer Substanz mit einer zeitgemäßen Nutzung. Seit 2022 werden Klostergebäude und historischer Konventgarten denkmalgerecht restauriert. Die Fensterarbeiten sind nun ein weiterer wichtiger Baustein auf dem Weg zur Wiederherstellung des Ensembles.

Für Binsdorf bedeutet die Förderung damit mehr als die Reparatur einzelner Bauteile. Mit dem ehemaligen Dominikanerinnenkloster bleibt ein außergewöhnlich dicht überliefertes Stück Kloster-, Bau- und Gartengeschichte erhalten – und ein Denkmal, dessen historische Substanz noch immer weitgehend am ursprünglichen Ort erlebbar ist.

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