Wasserturm Raw Zwickau

Der prägnante, 32 Meter hohe Wasserturm auf einem Stahlfachwerkgerüst mit Kugelbehälter wurde 1907 errichtet und versorgte den 1908 zumindest in Teilbereichen in Betrieb genommenen Werkstättenbahnhof Zwickau (später Reichsbahnausbesserungswerk Zwickau) mit Brauchwasser. Sein Klönnebehälter fasst 400 Kubikmeter Wasser. Dem Wasserturm kommt nach Angaben des Landesamtes für Denkmalpflege aufgrund seiner materialsparenden, technisch und statisch ausgereiften Ausführung als Versorgungsbau für das frühere Reichsbahnausbesserungswerk eine eisenbahn- und technikgeschichtliche Bedeutung zu.

Er ist der letzte Zeuge des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerks (Raw) Zwickau, stand seit mehr als 111 Jahren an seinem Platz und rostet heute vor sich hin. Die Rede ist vom alten Kugelwasserturm auf dem Areal des Raw Zwickau-Marienthal. Weil auf dem riesigen Gelände der Bahn eine Justizvollzugsanstalt – ein Gemeinschaftsprojekt der Länder Thüringen und Sachsen – gebaut wurde, wurden die Bauten abgerissen. Weil der Wasserturm mit seinem Fassungsvermögen von 400 Kubikmetern nicht an seinem ursprünglichen Standort stehen bleiben kann, muss dieser umziehen. Zweimal war dies bereits klar, doch dann verschoben sich die Pläne.

Eigentlich wollte man den Turm nur versetzen, also abbauen und auf dem Gefängnisvorplatz wieder aufstellen. Dies hatte die Muldental-Eisenbahngesellschaft so geplant. Aus diesen Plänen wird jedoch nichts, dies teilte die Bahngesellschaft damals mit. Laut Denkmalamt gibt es nur noch wenige Klönne-Bauwerke dieser Art in der Bundesrepublik. Die Verbleibenden sind unbedingt schützenswert. Umso unverständlicher ist also aktuell die Debatte um den Erhalt dieses historisch wertvollen Wasserturms.

Nach Angaben des Landesamtes für Denkmalschutz blieb im aktuellen Fall nur eine Alternative. Der Wasserturm muss abgebaut und an einem Ort mit Bahngeschichte wieder aufgebaut werden. So ein Platz wäre auch in Zwickau denkbar. Weil der Bahnhofsvorplatz in Zwickau sowieso neu gestaltet wird, wäre das Aufstellen des Wasserturms eine Bereicherung für das Areal. Politiker sprachen sich jedoch dagegen aus.

2019 wurde der Wasserturm im Rahmen der Abbrucharbeiten zerlegt und auf dem Gelände positioniert. Seitdem liegen die Einzelteile eingezäunt neben der Gefängnismauer. Zur Nutzung des Bauwerkes gibt es bisher weiterhin keine Pläne. Auch die Denkmalschutzbehörde und das zuständige Landesamt konnte bisher nichts erreichen.

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