Bad Doberan. Das jahrzehntelang brachliegende Moorbad in Bad Doberan steht vor dem Abriss. Wo einst Kurgäste logierten, sollen künftig Wohnungen entstehen. Ursprünglich wollte Eigentümer David Corleis das Gelände touristisch entwickeln, hat die Pläne aber verworfen. Gemeinsam mit dem Rostocker Bauunternehmer Frank Streeck wurden neue Konzepte entworfen – der will das Areal übernehmen, sobald Corleis es ab dem 18. September steuerfrei verkaufen darf.
Geplant ist ein modernes Wohnquartier mit sechs Gebäuden und insgesamt 106 Wohnungen. Zwei Häuser mit 46 Einheiten sollen für den geförderten Wohnungsbau vorgesehen werden, die übrigen vier für 60 frei finanzierte Wohnungen. Größen zwischen 55 und 107 Quadratmetern, von Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, sollen ein breites Spektrum an Mietern ansprechen – von Familien über Senioren bis zu Singles. Auch barrierefreier Wohnraum ist eingeplant. Eigentumswohnungen oder touristische Vermietungen sind ausdrücklich ausgeschlossen.
Stilistisch sollen die Neubauten moderne Architektur mit Elementen der historischen Bäderarchitektur verbinden. Tiefgaragen, Grünflächen und ein Spielplatz komplettieren das Quartier. Streeck rechnet mit einer Investition im zweistelligen Millionenbereich.
Ein Baustart wäre frühestens im Sommer 2026 möglich – vorausgesetzt, der Bebauungsplan wird rechtzeitig geändert. Die Fertigstellung könnte dann 2028 erfolgen. Der Abriss der Moorbad-Ruine soll erst beginnen, wenn die rechtlichen Grundlagen vorliegen. Die Kosten dafür werden bereits auf eine sechsstellige Summe geschätzt.
Das alte Moorbad blickt auf eine lange Geschichte zurück: 1822 als erstes Stahlbad der Stadt eröffnet, 1996 stillgelegt, 2006 durch einen Brand schwer beschädigt. Seitdem verfällt das von Architekt Carl Theodor Severin entworfene Gebäude. Eine Abrissgenehmigung liegt vor – der Weg für das Wohnprojekt ist also frei.
