Groitzsch. Im Tagebau Vereinigtes Schleenhain südlich von Leipzig geht ein Kapitel der Braunkohlegeschichte zu Ende: Am 14. Oktober 2026 hat der letzte große Kohlebagger das Abbaufeld Schleenhain verlassen. Der mehr als 1.000 Tonnen schwere Koloss wird künftig im benachbarten Abbaufeld Peres eingesetzt. Bis Ende des Jahres soll die Kohleförderung in Schleenhain vollständig abgeschlossen sein.
Ein Gigant auf dem Weg ins nächste Abbaufeld
Der Eimerkettenbagger 353 bringt 1.030 Tonnen auf die Waage, ist 83 Meter lang, 19 Meter breit und 21 Meter hoch. Mit gerade einmal sechs Metern pro Minute bewegte sich die Maschine auf ihrer rund zehn Kilometer langen Strecke nach Peres. Dabei mussten unter anderem die Bundesstraße 176 bei Neukieritzsch sowie mehrere Förderanlagen passiert werden. Neben dem Bagger wurden auch ein Bandwagen und vier Antriebsstationen verlegt.
Seit März 1999 war das Großgerät im Abbaufeld Schleenhain im Einsatz. In rund 27 Jahren bewegte es nach Angaben der MIBRAG etwa 62 Millionen Tonnen Kohle und zwölf Millionen Kubikmeter Abraum. Mit dem Umzug endet seine Arbeit an diesem Standort, nicht jedoch der Einsatz der Maschine im Tagebau.
Braunkohleförderung läuft bis Jahresende aus
Der Abzug der Großtechnik markiert den Übergang zur letzten Phase des Abbaus. Die verbleibende Kohle soll mit mobiler Technik gewonnen werden. Diese Arbeiten sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Parallel treibt die MIBRAG die Sanierung des Abbaufelds voran. Der Tagebau Schleenhain wurde 1949 aufgeschlossen. Über Jahrzehnte prägten die gewaltigen Maschinen, Förderbänder und Abbauflächen die Landschaft südlich von Leipzig. Künftig konzentriert sich die Braunkohleförderung im Tagebau Vereinigtes Schleenhain auf das Abbaufeld Peres.
Vom Abbau zur Sanierung
Mit dem Ende der Förderung beginnt der nächste Abschnitt des Strukturwandels: Die ausgekohlten Flächen müssen gesichert und für eine spätere Nachnutzung vorbereitet werden. Der Abschied des letzten Großbaggers ist deshalb mehr als ein technischer Standortwechsel. Er steht für das schrittweise Ende eines industriellen Betriebs, der die Region über Jahrzehnte geprägt hat.
