Spreepark: Riesenrad–Radkranz im Test

Foto: Grün Berlin GmbH
Foto: Grün Berlin GmbH

Berlin. Ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg zur Wiedereröffnung des Spreeparks ist erreicht: Nach der Rückkehr des umfassend sanierten Riesenrads hat der TÜV Süd die erste Teilabnahme des 45 Meter hohen Wahrzeichens vorgenommen. Noch bevor alle Bauteile montiert sind, steht dabei die Sicherheit im Fokus. Die Expertinnen und Experten prüfen das bereits aufgebaute Rad auf Laufruhe, Statik und die korrekte Ausrichtung – unter realitätsnahen Bedingungen.

Für die Tests wurden ausgewählte Gondeln in den Radkranz eingehängt, darunter eine neue Mustergondel für die spätere Serienfertigung sowie mehrere historische Gondeln, die nicht mehr für den Fahrbetrieb vorgesehen sind. Mit zusätzlichen Gewichten belastet, simulieren sie Fahrgäste und ermöglichen es, Tragfähigkeit, Aufhängungen sowie die Belastbarkeit der Konstruktion genau zu überprüfen. Parallel dazu werden Antriebs- und Bremssysteme getestet, um sicherzustellen, dass alle sicherheitsrelevanten Funktionen zuverlässig greifen. Ziel der frühen Prüfung ist es, mögliche Schwachstellen frühzeitig zu identifizieren und kostspielige Nachbesserungen in späteren Bauphasen zu vermeiden.

Die aktuelle Teilabnahme ist Teil eines langjährigen Prüfprozesses. Seit dem Abbau des alten Riesenrads im Jahr 2021 begleitet der TÜV Süd die Wiederverwendung der Bauteile kontinuierlich. Bereits während der Sanierung wurden sämtliche Originalteile auf Herz und Nieren geprüft: Schweißnähte, Maßhaltigkeit und vollständige Dokumentationen gehörten ebenso dazu wie die Bewertung der Materialqualität. Damit soll gewährleistet werden, dass das traditionsreiche Fahrgeschäft heutigen Sicherheitsstandards vollständig entspricht.

Gleichzeitig steht das neue Riesenrad exemplarisch für den grundlegenden Wandel des Spreeparks. Anders als früher wird es nicht mehr mittig im Wasserbecken verankert, sondern künftig scheinbar über der Wasserfläche schweben. Möglich macht dies eine innovative Konstruktion aus Stützen und Spannseilen, die am Rand des kreisrunden Beckens befestigt sind. Für die Besucherinnen und Besucher bedeutet das: ein freier Rundumblick aus 45 Metern Höhe und ein neues, markantes Bild des Parks.

Entwickelt wurde das künstlerische und technische Gesamtkonzept vom Berliner Studio für Kunst und Architektur realities:united in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro schlaich bergermann partner. Die Gestaltung greift historische Elemente der Riesenräder von 1969 und 1989 auf und übersetzt sie in eine zeitgemäße Formensprache. Entstanden ist ein bewusstes Hybridbauwerk, das Vergangenheit und Zukunft des Spreeparks miteinander verbindet. Ein zentrales Element dabei ist die Wiederverwendung von rund 90 Tonnen Stahl aus der alten Konstruktion – ein Schritt, der im Vergleich zu einem vollständigen Neubau etwa 200 Tonnen CO₂ einspart.

Mit dem Abschluss der ersten Teilabnahme ist der Zeitplan klar gesteckt. Noch in diesem Jahr wird die Ein- und Ausstiegsplattform montiert. Anfang 2026 startet die Produktion der neuen Gondeln, die im Herbst desselben Jahres in den Radkranz eingehängt werden sollen. Danach folgen umfassende Tests aller sicherheitsrelevanten Systeme sowie die finale Abnahme, bevor das Riesenrad pünktlich zur geplanten Eröffnung des Spreeparks im Frühjahr 2027 den Betrieb aufnehmen kann.

Die Sanierung und Neugestaltung des Riesenrads inklusive Wasserbecken wird aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ sowie aus Landesmitteln finanziert. Für den Spreepark ist das Projekt mehr als ein Bauvorhaben: Es ist ein sichtbares Symbol für das neue Leitbild des Parks – Bestehendes bewahren, nachhaltig weiterentwickeln und gestalterisch neu interpretieren.

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