Projekt „Gelsdorfhütte“ in Weißwasser schreitet voran

Beispielbild. Foto: pixabay.com
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Weißwasser. Die Wiege der Glasindustrie in Weißwasser wird zum Ausgangspunkt für eine neue Ära der Stadtentwicklung: Auf dem Gelände der ehemaligen Gelsdorfhütte, wo 1873 die Glasproduktion begann, entsteht derzeit das größte Strukturwandelprojekt der Stadt. Das 42.000 Quadratmeter große Areal zwischen Glasmuseum, Berufsschulzentrum und Altem Ziegeleiteich wurde in den vergangenen Monaten beräumt und der Boden saniert. Jetzt beginnen die konkreten Planungen zur Erschließung – ein bedeutender Schritt in Richtung Zukunft.

Historisches Erbe trifft moderne Infrastruktur

Herzstück des Geländes bleibt die denkmalgeschützte Ruine der Gelsdorfhütte. Sie soll als Landmarke erhalten und durch eine besondere architektonische Gestaltung – inklusive eines Hochstegs – erlebbar gemacht werden. „Wir wollen das Ensemble sichern und zugänglich machen“, erklärt Tiefbau-Sachbearbeiter Thorsten Rennhak. Der Wildwuchs im Mauerwerk sei bereits entfernt.

Parallele Planung: Erschließung vor Bebauungsplan

Ungewöhnlich ist der Ablauf: Obwohl der Bebauungsplan noch nicht beschlossen ist, hat der Stadtrat bereits der technischen Erschließung zugestimmt – ein Sonderweg, der durch die Förderbedingungen notwendig wurde. Mit 12,5 Millionen Euro Projektvolumen, fast vollständig gefördert durch das Investitionsgesetz Kohleregionen, soll das Gelände fit für die Zukunft gemacht werden. Die DEGAT Planungsgesellschaft aus Cottbus steuert die Planung.

Neue Straße und flexible Gewerbeflächen

Ein zentraler Bestandteil des Vorhabens ist der Bau einer neuen Straße in S-Form, die künftig Forster Straße und Jahnstraße verbindet. Dadurch entstehen große, zusammenhängende Gewerbeflächen. Der Straßenbau wird so angelegt, dass spätere Zufahrten zu allen Grundstücken problemlos möglich sind.

Bafa zieht ein – weitere Flächen offen für Investoren

Die größte Fläche – rund 8.000 bis 10.000 Quadratmeter – ist für das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) vorgesehen. Weitere Flächen im eingeschränkt ausgewiesenen Gewerbegebiet stehen potenziellen Investoren und Gewerbetreibenden offen. Großindustrielle Nutzungen sind dabei ausgeschlossen.

Technische Versorgung geplant – Promenade als grüne Verbindung

Strom, Wasser, Abwasser und Regenwasserleitungen sind vorgesehen, Fernwärme ist in Planung. Auch eine grüne Promenade soll entstehen: Ein Fußweg von der Kita Ulja bis zum Alten Ziegeleiteich verbindet künftig das Gewerbeareal mit dem angrenzenden Wohngebiet „Innenstadt II“.

Baustart 2026 – aber mit Vorbehalt

Die Ausführungsplanung soll noch 2025 abgeschlossen werden, der Bau der Straße und Leitungen ist für das Frühjahr 2026 geplant – abhängig von Wetter, Vergabeverfahren und Bauzeiten. „Der Winter und die Ausschreibungen werden zeigen, was umsetzbar ist“, so Rennhak.

Mit dem neuen Nutzungskonzept des Gelsdorfhütten-Geländes wird ein Stück Industriegeschichte neu belebt – als Symbol für den Wandel einer Region und den Aufbruch einer Stadt.

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