Berlin. Der „Mäusebunker“ in Berlin-Lichterfelde, eines der markantesten Beispiele des Brutalismus in Deutschland, steht nach jahrzehntelanger Nutzung nun unter Denkmalschutz. Das ehemalige Tierlaborgebäude der Freien Universität Berlin und später der Charité wurde zwischen 1971 und 1981 erbaut und bildet gemeinsam mit dem Benjamin-Franklin-Klinikum und dem Hygieneinstitut ein prägnantes Ensemble.
Seit der Schließung der Forschungseinrichtung im Jahr 2019 steht der Komplex leer, was Experten zufolge den baulichen Zustand belastet und Sanierungskosten erhöht. Im Rahmen eines Modellverfahrens sollen Nutzungsmöglichkeiten erarbeitet werden – etwa als Forschungseinrichtung, für Filmproduktionen oder als experimenteller Campus. Bisher gibt es jedoch kein konkretes Nutzungskonzept.
Am 15. Oktober diskutierten Fachleute aus Architektur, Stadtplanung und Denkmalpflege die Zukunft des „Mäusebunkers“. Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut betonte die Bedeutung des Gebäudes als Zeugnis wissenschaftlicher Forschung und Brutalismus-Architektur. Auch Architekt Ludwig Heimbach hob die Einzigartigkeit des solitären Ensembles und seine bauphysikalischen Qualitäten hervor, darunter 28.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, hohe Stabilität und Klimatisierung.
Die Beteiligten waren sich einig: Das Gebäude soll erhalten bleiben. Um die weitere Nutzung zu sichern, wird ein Konzeptverfahren vorgeschlagen, das noch vor den Berliner Wahlen 2026 angestoßen werden soll. Ziel ist es, eine langfristige Perspektive für das Ensemble zu entwickeln und gleichzeitig den Denkmalschutz zu wahren.
